Nvidia-Spielergrafikkarte GeForce RTX 3070: 2080-Ti-Leistung für 500 Euro

Rund 60 Prozent mehr Leistung in der gehobenen Mittelklasse nach zwei Jahren: Nvidia wertet die xx70er-GPUs deutlich auf, geizt aber beim Speicher.

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Oberansicht der GeForce RTX 3070 Founders Edition – für den 12-Pin-Anschluss legt Nvidia einen Adapter bei.

(Bild: Nvidia)

Von
  • Mark Mantel

Zwei Tage vor dem Verkaufsstart der GeForce RTX 3070 stellt Nvidia die eigene Founders Edition vor. Der Zeitpunkt kommt nicht von ungefähr: Am Nachmittag des 28. Oktober 2020 wird AMD die Grafikkartenserie Radeon RX 6000 alias Big Navi enthüllen, die in direkte Konkurrenz mit Nvidias RTX-3000-Serie tritt.

Mit der GeForce RTX 3070 bringt Nvidia einen gehörigen Leistungssprung in die 500-Euro-Klasse: Die Grafikkarte soll in 3D-Spielen etwa 60 Prozent mehr Bilder pro Sekunde liefern als ihre nominelle Vorgängering GeForce RTX 2070 (nicht SUPER). Damit befindet sich die GeForce RTX 3070 auf dem Niveau des alten Topmodells GeForce RTX 2080 Ti (+/- 5 Prozent), die vor zwei Jahren für 1300 Euro erschien.

Mit an Bord: verbessertes Raytracing dank Ampere-Architektur, RTX IO zum Streamen von Daten einer SSD direkt in den Grafikspeicher und ein ausgeklügelter Kühler. Letzterer überragt das PCB, um einen Teil der Abwärme ohne Widerstand durch die Aluminiumlamellen zu drücken. Das soll die Kühlleistung verbessern, sorgt aber für potenziell höhere CPU-Temperaturen. Bei geringer Last stehen die Lüfter still – die Grafikkarte ist dann lautlos.

Der hintere Teil der GeForce RTX 3070 Founders Edition ist luftdurchlässig, um die Kühlung zu verbessern.

(Bild: Nvidia)

Stagnation herrscht beim Speicher: Die GeForce RTX 3070 erscheint wie die GeForce RTX 2070 und deren SUPER-Neuauflage mit 8 GByte GDDR6-RAM. Und auch die GeForce GTX 1070 aus dem Jahr 2016 kam mit 8 GByte daher (damals GDDR5).

Nvidia spielt eine mögliche Speicherknappheit im Jahr 2020/2021 herunter: Viele 3D-Spiele würden zwar mehr als 8 GByte belegen, sofern vorhanden, aber nicht zwingend benötigen. In aufwendigen Titeln können 8 GByte allerdings schon heute knapp werden, wenn man mit Ultra-HD-Auflösung (3840 × 2160 Pixel) und hohen Grafikeinstellungen spielt. Anders als die GeForce RTX 2080 Ti mit 11 GByte RAM bewirbt Nvidia die GeForce RTX 3070 für 1440p-Gaming (WQHD, 2560 × 1440 Pixel).

Speicherkapazitäten sind insbesondere dann spannend, wenn eine neue Generation von Spielekonsolen ansteht. Bei der Playstation 5 und Xbox Series X ist der Sprung zwar niedriger als bei den vorherigen Generationswechseln, trotzdem sind Auswirkungen auf den PC-Markt zu erwarten. Denn: die allermeisten 3D-Spiele werden heutzutage "Cross-Plattform" entwickelt. Damit Spiele auf möglichst vielen Plattformen gut aussehen und ruckelfrei laufen, orientieren sich Entwickler am Speicherausbau der Konsolen.

RAM-Mangel kann sich derweil vielfältig auswirken – von aufpoppenden Objekten in der 3D-Welt über unsaubere Frametimes und damit ein ruckeliges Spielerlebnis bis hin zu verringerten Bildraten. Im Zweifelsfall sollten Nutzer die Grafikeinstellungen herunterschrauben.

Modell GeForce RTX 3080 GeForce RTX 3070 GeForce RTX 2070 GeForce RTX 2080 Ti
GPU GA102 GA104 TU106 TU102
FP32-Shader-Kerne 8704 5888 2304 4352
Basistakt / Boost 1440 / 1710 MHz 1500 / 1730 MHz 1410 / 1710 MHz 1350 / 1635 MHz
theoretische Rechenleistung FP32 30 TFlops 20 TFlops 7,9 TFlops 14,2 TFlops
Speichermenge / -typ 10 GByte GDDR6X 8 GByte GDDR6 8 GByte GDDR6 11 GByte GDDR6
Interface / Übertragungsrate 320 Bit / 760 GByte/s 256 Bit / 448 GByte/s 256 Bit / 448 GByte/s 352 Bit / 616 GByte/s
Total Board Power (TBP) 320 Watt 220 Watt 175 Watt 260 Watt

Für 500 Euro stellt die GeForce RTX 3070 eine spannende Grafikkarte dar. Die gehobene Mittelklasse erhält einen ordentlichen Leistungssprung; mit 8 GByte RAM bekommt das Modell aber keine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Interessenten sollten abwägen, wie lange sie die Grafikkarte nutzen möchten und ob eine Alternative mit mehr RAM nicht die bessere Investition darstellen könnte.

Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Thema Verfügbarkeit – die GeForce RTX 3090 und GeForce RTX 3080 sind seit der Vorstellung im September 2020 so gut wie gar nicht zu bekommen. Statistiken des Händlers Proshop deuten an, dass die Liefersituation bei der GeForce RTX 3070 zu Beginn nur bedingt besser aussieht.

Zudem steht bei AMD noch die RX-6000-Serie alias "Big Navi" an. Die Radeon RX 6900 XT, Radeon RX 6800 XT und Radeon RX 6800 sollen es mindestens mit der GeForce RTX 3070 und GeForce RTX 3080 aufnehmen können. Angeblich bei allen drei Modellen dabei: 16 GByte Speicher. Über deren Preise ist allerdings noch nichts bekannt.

(mma)