Nvidias KI-Kantenglättung DLAA debütiert in Elder Scrolls Online

Heimlich, still und leise hat Elder-Scrolls-Online-Entwickler Zenimax auf seinen Testservern eine neue Kantenglättung auf KI-Basis für das Spiel aktiviert.

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(Bild: Bild: Zenimax Media Inc.)

Von
  • Carsten Spille

Künstliche Intelligenz, beziehungsweise das zugrunde liegende Machine oder Deep Learning, sind seit einigen Jahren eines der beherrschenden Themen in der Welt des Computings. Mit Deep Learning Anti Aliasing ist nun eine Anwendung für Spieler verfügbar, die herkömmliche, einfachere Kantenglättungsmethoden übertreffen soll.

Die Entwickler des Online-Rollenspiels The Elder Scrolls Online, Zenimax, haben in Zusammenarbeit mit Nvidia einen Ableger von dessen Deep Learning Super Sampling (DLSS) entwickelt und auf den Test-Servern des Spiels freigeschaltet.

Die Kantenglättungstechnik heißt DLAA – Deep Learning Anti Aliasing – und ist mit den heute veröffentlichten GeForce-Treibern 472.12 WHQL verfügbar.

Laut den Entwicklern soll die Qualität "fantastisch" und "besser als alle bisherigen Kantenglättungsoptionen, die wir bisher in ESO gesehen haben", wie sich Rich Lambert, Creative Director at ZeniMax Online Studios, von Nvidia zitieren ließ, sein. Ausprobieren können Besitzer des Spiels das mit einer Raytracing-fähigen GeForce-Karte.

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In einer der kommenden Ausgaben von c't werden wir uns dem Thema DLSS, AMDs FSR und auch DLAA näher widmen.

Deep Learning Anti Aliasing macht Anleihen bei Nvidias Upscaler DLSS, welches mit dem Herbst-Update ebenfalls in Elder Scrolls Online kommen soll. Doch während DLSS primär der Leistungssteigerung dient und dafür die interne Renderauflösung zunächst senkt, um die fps-Rate zu erhöhen, arbeitet DLAA etwas anders.

Bei DLAA wird laut Alex Tardif, Lead Graphics Engineer at ZeniMax Online Studios, die Kantenglättungskomponente von DLSS auf die native Auflösung des Spiels angewandt, was in einer sehr hohen Bildqualität resultieren soll. Nvidia bestätigte dies c't gegenüber auf Nachfrage. Dafür verbessert es allerdings nicht die Performance, ist also primär für Spiele interessant, die schon mit hohen bis sehr hohen fps-Raten auf der vorhandenen Hardware laufen.

Auf unsere Nachfrage, ob DLAA wie DLSS auf den Tensor-Kernen von GeForce-RTX-Grafikkarten laufe oder ob es auch auf den normalen Shader-Kernen, etwa via DirectML funktioniere, antwortete Nvidia, dass auch DLAA die Tensor-Kerne der GeForce-RTX-Grafikkarten nutzt – und ließ den zweiten Teil der Frage unkommentiert.

Auch, ob die Kantenglättungskomponente gegenüber DLSS zusätzlich verbessert wurde oder ob DLAA für jedes Spiel speziell trainierte neuronale Netze verwendete, ließ Nvidia offen.

DLAA soll allerdings keine Eintagsfliege bleiben. Interessierten Spieleentwicklern bietet Nvidia an, sie zu kontaktieren, wenn diese Interesse haben, DLAA in ihre Spiele zu integrieren. (csp)