OLEDs wie gedruckt: Ultrahochauflösender 8K-Schirm aus dem Tintendrucker

Von gedruckten Displays träumen viele seit den Anfangstagen der organischen Leuchtschichten. TCL/JDI zeigen nun ein beeindruckendes Ergebnis ihrer Kooperation.

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  • Ulrike Kuhlmann

Auf der Display Week präsentiert TCL ein 65-zölliges OLED-Display, das im Tintendruckverfahren produziert wurde. Das OLED wurde von JDI in Kooperation mit dem chinesischen Panelspezialisten TCL/CSOT gefertigt. TCL hält Anteile an JDI und beide haben 2020 eine Kooperation für die Herstellung von OLEDs im IJP-Verfahren (Ink Jet Printing) ins Leben gerufen. JDI bringt seine Erfahrung mit der Drucktechnik ins Joint Venture ein, TCL das Geld

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Bislang gibt es nur wenige gedruckte Displays. So hat Asus vor einiger Zeit einen sehr teuren 22-zölligen 4K-Monitor mit gedrucktem OLED-Schirm angeboten, dessen Display vom japanischen Panelspezialisten JDI/JOLED stammt; das gleiche Panel nutzte 2019 auch Eizos Foris Nova OLED-Monitor.

Einzigartig am gedruckten OLED ist aber nicht nur die Größe, sondern seine Auflösung: Das Display zeigt 8K mit 7680 x 4320 Bildpunkten. Bisherige gedruckte OLEDs erreichen allenfalls 4K-Auflösung. Die 30 Millionen Pixel des 65-Zöllers werden über ein Oxid-TFT-Substrat angesteuert und strahlen nach oben, das Licht muss die Backplane also nicht passieren. Die stromfesten Oxid-TFTs leiten besonders gut und können auch große Ströme transportieren; das ist für die stromgetriebenen OLEDs zwingend erforderlich.

Der gedruckte 65-Zöller von TCL/JDI zeigt OLED-üblich kontraststarke Bilder

(Bild: Ulrike Kuhlmann, c't magazin)

Die Aperture Ratio des Displays, also das Verhältnis von lichtdurchlässiger zu opaker Pixelfläche, liegt laut Hersteller bei 62 Prozent, was für ein ultrahochauflösendes 8K-Display sehr gut ist. Das dürfte es dem Top Emitter zu verdanken haben, denn es müssen jede Menge Zuleitungen zu den 30 Millionen Pixeln geführt werden, um die zig Millionen Pixeltransistoren anzusteuern (pro Pixel sind es mindestens zwei TFTs).

Das Display erreicht laut JDI/TCL 99 Prozent des DCI-P3-Farbraums, die Spitzenhelligkeit liegt bei 600 cd/m2, bei komplett weißem Schirm sind es laut Hersteller noch 150 cd/m2. Die Bildqualität des OLEDs ist zumindest mit dem gezeigten Videomaterial beeindruckend, selbst die Farben gefallen, der Kontrast sowieso. Die Farben sind ein Knackpunkt bei den gedruckten OLEDs, hier musste man bislang mit zusätzlichen Farbfiltern nachhelfen.

Die Drucktechnik an sich hat mehrere Vorteile: So reduziert sie die Menge an organischem Material auf das Notwendigste – bei den sonst üblichen Abscheideverfahren wird viel Material aufgetragen, das beim Strukturieren wieder entfernt werden muss. Und die Technik ist im Prinzip sehr gut größenskalierbar, es muss lediglich ein passender Schlitten für den Druckkopf her. Damit ließen sich die gedruckten OLEDs auch kostengünstiger produzieren. Theoretisch jedenfalls. Das 65-zöllige 8K-OLED zeigt immerhin, dass TCL/JDI daran arbeiten. (uk)