Olympus OM-D E-M10 IV: Spiegellose Systemkamera für die ganze Familie

Retro-Design, viele Helferlein: Mit der E-M10 IV schickt Olympus eine kleine Allrounder-Spiegellose auf den Markt. Dabei ist die Zukunft des Systems ungewiss.

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Kleine Allrounderin: Olympus OM-D E-M10 IV

(Bild: Olympus)

Von
  • Sophia Zimmermann

Die Olympus OM-D E.M10 IV ist eine kleine spiegellose Systemkamera der Micro-Four-Thirds-Familie.

(Bild: Olympus)

Mit der OM-D E-M10 IV hat Olympus eine spiegellose Systemkamera angekündigt, die sich als Allrounderin an Hobbyfotografen richtet. Auch als Familienkamera will der Hersteller seine kleinste OM-D platzieren. Dafür stattet Olympus sie wie bereits die Vorgängerinnen mit zahlreichen Assistenten für Langzeit- und Mehrfachbelichtungen aus, die Foto-Neulingen schnell zu Erfolgserlebnissen verhelfen sollen – beispielsweise bei Astro-Aufnahmen.

Von der vorangegangenen Modellgeneration setzt sich die E-M10 IV hauptsächlich mit einer höheren Auflösung von 20 Megapixeln ab. Wie von Olympus gewohnt, besitzt der Sensor eine 5-Achsen-Stabilisierung. Auflösungstechnisch schließt die Serie damit zu den größeren Schwestern der Micro-Four-Thirds-Familie auf. Bisher musste E-M10-Linie mit 16 Megapixeln auskommen.

Ansonsten setzt der Hersteller auf zaghafte Modellpflege. Das Gehäuse ist insgesamt etwas leichter geworden, der Griffwulst dennoch etwas ausgeprägter. Die Kamera kann jetzt außerdem via USB geladen werden. Für Selfie-Aufnahmen lässt sich der rückseitige Monitor um 180 Grad nach unten neigen (um 80 Grad nach oben). Seine Auflösung steht wie bei der Vorgängerin bei 1,04 Millionen Pixeln (720 × 480 Bildpunkte). Ebenso verharrt der elektronische Sucher bei 2,36 Millionen Pixeln (1024 × 768 Bildpunkte). Das Autofokus-System setzt auf die Kontrastmethode und bietet 121 wählbare Fokuspunkte. Bekannt ist es bereits aus der Vorgängerin. Allerdings will der Hersteller das Tracking deutlich verbessert haben.

Die Olympus OM-D E-M10 IV setzt sich nur zaghaft von der Vorgängerin ab - unter anderem mit einem leichteren Gehäuse sowie einer höheren Auflösung.

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Mitte August soll die Olympus OM-D E-M10 IV auf den Markt kommen und dann knapp 700 Euro kosten. Wer sie im Kit mit dem M.Zuiko Digital ED 14-42mm F3.5-5.6 EZ erwerben will, muss etwa 850 Euro als Budget einplanen.

Die spiegellose Systemkamera OM-D E-M10 IV gehört zur Micro-Four-Thirds-Familie (MFT) und arbeitet entsprechend mit Four-Thirds-Sensor. Das maßgeblich von Olympus und Panasonic entwickelte System gehört zu den ersten spiegellosen Familien am Markt und kann mittlerweile auf eine große Gehäuse-, Objektiv- und Zubehörvielfalt verweisen. Dennoch ist seine Zukunft momentan ungewiss. Das liegt vor allem daran, dass Olympus Ende Juni verkündet hat, sein Kamerageschäft abgeben zu wollen. Wochen und Monate zuvor dementierte der Hersteller solche Pläne immer wieder.

Die Imaging-Sparte werde demnach an Japan Industrial Partners Inc. (JIP) ausgegliedert und unter dem Namen "NewCo" weitergeführt. Es sei "der geeignetste Weg für das Imaging-Geschäft (…), nachhaltig und kontinuierlich zu wachsen sowie weiterhin einen Mehrwert für die Nutzer der Produkte zu bieten", so Olympus. Ende September will man eine rechtsgültige Vereinbarung unterzeichnet haben.

Bei der virtuellen Pressekonferenz zur E-M10 IV stand diese Tatsache wie ein rosa Elefant gleich von Beginn an im Raum. Der Hersteller konnte das Thema also kaum unter den Tisch fallen lassen. Details gab es dennoch nicht. Man sei mit JIP in Verhandlung und könne deshalb keine Informationen dazu mitteilen. Dafür versicherte man, dass man weiter an neuen Produkten arbeiten werde und die Imaging Sparte unter den neuen Vorzeichen fortführen und stärken wolle. Unter anderem die kürzlich veröffentlichte Objektiv-Roadmap soll diesen Willen bekunden.

Perspektive: Mit der im Juli 2020 veröffentlichten Lens-Roadmap will Olympus das Vertrauen in den Fortbestand der Imaging-Sparte unter neuer Führung stärken.

(Bild: Olympus)

JIP ist kein Unbekannter in der Technikbranche. An den Finanzinvestor hat beispielsweise Sony 2014 seine Laptop-Sparte unter dem Namen Vaio abgegeben. Heute hält JIP etwa 95 Prozent an dem daraus hervorgegangenen Unternehmen Vaio Corporation. Nach einer längeren Pause sind auch hierzulande wieder Notebooks unter der Marke verfügbar, nachdem es sie anfangs lediglich in Japan, später auch in Nord- und Südamerika zu kaufen gab.

Spannend ist zudem, wie sich MFT-Partner Panasonic weiter positionieren wird. Mit den Lumix-S-Kameras ist der Hersteller erst vor wenigen Jahren in den Markt der spiegellosen Systemkameras mit Vollformatsensor eingestiegen und befindet sich hier in der sogenannten L-Mount-Alliance mit Leica und Sigma. Damit pflegt Panasonic in einem schrumpfenden Markt derzeit zwei Systeme nicht nur mit unterschiedlichen Sensorformaten, sondern auch mit unterschiedlichen Bajonetten. Dabei finden sich durchaus Parallelen in deren Ausrichtung beispielsweise auf Videografie.

(ssi)