On Search: Google bringt allerhand Künstliche Intelligenz in seine Anwendungen

Google will mittels Künstlicher Intelligenz die "ganze Welt verstehen und analysieren" – und setzt sie deshalb noch verstärkter in Anwendungen ein.

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(Bild: Bubble_Tea Stock/Shutterstock.com)

Von
  • Eva-Maria Weiß

In einem Livestream namens "On Search" hat Google gleich eine Reihe neuer Funktionen durch Künstliche Intelligenz (KI) angekündigt. Sie steckt demnach in quasi jedem Dienst des Unternehmens – und macht freilich alles besser.

Das Sprach-Verständnis-System BERT bearbeitet inzwischen nahezu jede Sucheanfrage, die auf englisch eingeht. BERT kann natürliche Sprache besser verarbeiten und damit auch die Anfragen besser verstehen und beantworten. Die Technik ist in 70 Ländern, darunter auch Deutschland, verfügbar, aber nicht überall im selben Ausmaß.

Dank KI können Fehler in der Rechtschreibung bei Suchanfragen besser ausgeglichen werden. Was laut Google äußerst sinnvoll ist, da zehn Prozent der Anfragen Fehler enthalten. Dahinter steckt ein neuer Buchstabier-Algorithmus, wie Google ihn nennt. Wie bisher bietet die Suchmaschine bei Verdacht auf Falschschreibungen eine Alternative: "Did you mean:"

Bei sehr spezifischen Fragen kann Google inzwischen besser nach einzelnen Passagen innerhalb von Webseiten suchen und diese Anzeigen. Das ist durch eine neue Indexierung möglich, die nicht mehr nur ganze Seiten abgreift, sondern eben einzelne Passagen. Wobei diese dann als Auszug angezeigt werden und nicht mehr nur der Link samt Vorschautext.

Außerdem kann die Suche Antworten nach Subkategorien unterteilen. Als Beispiel nennt Google Fitness-Geräte für Zuhause, bei denen der Suchende dann zusätzlich entscheiden kann, ob er besonders günstiges Equipment sehen möchte oder welches, das wenig Platz wegnimmt.

Google Duplex ist die KI, die für Nutzer bei einem Restaurant anrufen und einen Tisch reservieren kann. Sie ist im Assistenten integriert, allerdings hierzulande noch nicht verfügbar. Nun ruft Duplex zumindest in den USA auch Restaurants an, um diese nach ihren Öffnungszeiten zu fragen und sie bei Google zu hinterlegen. Zudem lassen sich per Sprachbefehl nun auch Autos mieten und Kinotickets kaufen. Shoppen mit KI ist bereits in der Testphase, schreibt Google. Tatsächlich praktisch wird es auch, wenn Duplex Anrufe entgegen nimmt und diese auf Spam prüft, was zunächst nur auf Android-Geräten geht. Google übernimmt mit seiner KI außerdem Warteschleifen am Telefon. Ist der Anrufer an der Reihe, wird er benachrichtigt.

Videos unterteilt Google automatisch in Sequenzen und Schlüsselmomente. Damit kann man schneller eine gesuchte Stelle finden. Ende des Jahres sollen etwa zehn Prozent der Suchanfragen auf diese Technik zurückgreifen. Google kann neuerdings auch Lieder finden, wenn der Suchmaschine diese kurz vorgesummt werden.

"Mit Investitionen in KI können wir alle Informationen der Welt verstehen und analysieren", schreibt Google im Blogbeitrag. Und erst mit dem Halbsatz "so wie wir vor 22 Jahren angefangen haben, das Web zu indexieren" wird klar, dass sie damit sich selbst meinen und nicht den Vorteil, den Nutzer durch Suchergebnisse haben. Unter Open Access versteht Google dann auch, dass die Suche in mehr als 150 Sprachen für alle zugänglich und kostenlos ist.

(emw)