Online-Beratungsangebot Krisenchat erhält ersten Deutschen Kinderschutzpreis

Kindern und Jugendlichen online zur Seite stehen – das ist die Idee hinter Krisenchat. Die Chat-Plattform erhielt jetzt den Deutschen Kinderschutzpreis.

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(Bild: krisenchat.de)

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  • dpa

Der Deutsche Kinderschutzpreis soll künftig regelmäßig Menschen, Initiativen und Projekte würdigen, die sich durch besondere Leidenschaft, Kreativität und Professionalität im Kinderschutz auszeichnen. Hinter dem Preis, der in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben wird, stehen die Deutsche Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel sowie acht weitere Kinderschutz-Organisationen. Der Preis soll das unmissverständliche Signal senden, dass Kinderschutz und die verfassungsmäßig garantierten Kinderrechte in Deutschland höchste Priorität haben.

Jerome Braun, Initiator des Preises und Geschäftsführer der Deutschen Kinderschutzstiftung Hänsel+Gretel, sagte im Rahmen der 25-Jahre-Jubiläumsveranstaltung der Stiftung in Karlsruhe: "Solange nicht jeder Ort in Deutschland dem Kinderschutz höchste Priorität einräumt und solange die einmal jährlich veröffentlichte polizeiliche Kriminalstatistik mit mehr als 15.000 erfassten betroffenen Kindern von sexualisierter Gewalt nur an diesem Tag der Veröffentlichung Fassungslosigkeit verursacht und noch viel zu wenig Handlung auslöst, so lange dürfen wir nicht aufhören uns für den Schutz der Kinder einzusetzen."

Der erste Preis dieser Art geht an Krisenchat, ein psychosoziales Beratungsangebot für Kinder und Jugendliche bis 25. Schauspieler Florian Stetter überreichte den ersten Deutschen Kinderschutzpreis gemeinsam mit der Rennrodlerin Dajana Eitberger an Kai Lanz, einen der Mitgründer von Krisenchat. "Ich bin tief beeindruckt von der substanziellen Arbeit von Krisenchat, aber vor allem von der Schnelligkeit, wie junge Menschen heute anpacken und unsere Gesellschaft auf diese Weise prägen; bitte mehr davon!", so Stettner.

Der Magier Simon Pierro fasst in seiner Laudatio per Videobotschaft die Argumente und die einstimmige Entscheidung der Jury für Krisenchat als erste Preisträger-Organisation des Deutschen Kinderschutzpreises zusammen. "Die Partner-Organisationen und gleichzeitig Jurymitglieder finden, dass Krisenchat seit Mai 2020 Außerordentliches für Kinder und Jugendliche in Deutschland und auch in der Ukraine geleistet hat. Krisenchat hat nicht zugelassen, dass zwei der größten Krisen nach dem zweiten Weltkrieg Kinder in Deutschland, Geflüchtete und Kinder im Krisengebiet noch mehr belasten, als dies ohnehin geschieht.“

Die Entstehungsgeschichte von Krisenchat fasste der Laudator so zusammen: „In der Corona-Pandemie hatten drei 18-jährige Schüler die Idee, Kindern und Jugendlichen rund um die Uhr – also 24/7 – Hilfe in persönlichen Krisen zu bieten. Sie haben einfach angepackt und sich in dieser kurzen Zeit zu einer wichtigen Säule des Kinder- und Jugendschutzes in Deutschland entwickelt. Krisenchat erreicht aktuell mit 430 Ehrenamtlichen und einem professionellen hauptamtlichen Team junge Menschen da, wo diese sind, in der digitalen Welt."

Auf Instagram, TikTok, Youtube und der eigenen Website klärt Krisenchat über wichtige Themen rund um die psychische Gesundheit auf. Die Initiative arbeitet mit Kliniken, Anlaufstellen, Ärzten und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe zusammen. Seit Mai 2020 wurden laut Krisenchat-Website über 50.000 Beratungen durchgeführt und dabei mehr als zwei Millionen Nachrichten ausgetauscht.

(dwi)