Onlinehändler Rakuten gibt deutschen Marktplatz auf

Onlinemarktplatz Rakuten.de schließt zum 15. Oktober seine Pforten und gibt sich der Übermacht von Amazon und Ebay geschlagen.

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(Bild: rakuten.de)

Von
  • Axel Kannenberg

Der japanische Onlinehändler Rakuten schließt seinen deutschen Marktplatz Rakuten.de. Nur noch bis zum 15. Oktober sollen darüber Verkäufe möglich sein, heißt es in einer E-Mail an dort aktive Händler, die heise online vorliegt. Danach soll der Marktplatz eingestellt werden, wie Rakuten gegenüber verschiedenen Medien inzwischen bestätigte.

Rakuten bezeichnete sein deutsches Portal als Nummer drei der Online-Marktplätze hierzulande – offenbar reichten die Marktanteile aber nicht zur dauerhaften Fortführung aus. Die Schließung spiegele "die Herausforderungen wider, das Geschäft und die Plattform des Rakuten-Marktplatzes in Deutschland zu einer relevanten Marktpräsenz zu führen", heißt es in dem Schreiben. Rund 5500 Händler boten über die Plattform Waren an – anders als Amazon trat Rakuten nicht selbst als Verkäufer auf.

Einen Rückzug aus dem deutschen Markt bedeutet das für den japanischen Internetriesen aber keineswegs. Unter anderem betreibt Rakuten hier die 2017 übernommene E-Book-Plattform Tolino und bietet auch seinen Streamingdienst Rakuten TV in Deutschland an. Händlern in Deutschland will er weiterhin das E-Commerce-Programm Club R als Möglichkeit bieten, Kunden zu erreichen. Vor der endgültigen Schließung von Rakuten.de soll ein detaillierter Übergangsplan bekannt gemacht werden.

Im Zuge der Schließung solle es auch Entlassungen geben, erklärte das Unternehmen gegenüber dem Fachdienst Onlinehändler-News. Betroffenen Angestellten sollen Abfindungen über "marktübliche Anforderungen" hinaus geboten werden, ebenfalls werde Rakuten bei der Stellensuche helfen. Wie viele Personen betroffen sind, blieb offen.

(axk)