Open Library: Verlage verklagen Internet Archive wegen Urheberrechtsverletzungen

Vier große US-Verlage verlangen vom Internet Archive Schadenersatz, weil es unerlaubt Bücher zur Verfügung stelle.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 128 Beiträge

Abbildung aus der Klageschrift: Bücher werden eingescannt.

Von

Das Internet Archive verletzt mit seiner Online-Bibliothek Open Library beziehungsweise National Emergency Library Urheberrechte. Das meinen die US-Verlage Hachette Book Group, Harpercollins, John Wiley & Sons und Penguin Random House. Vor einem US-Bundesbezirksgericht in New York legen sie in einer Klage dar, das Internet Archive verletze vorsätzlich das Copyright, indem es Bücher scannt, die Digitalisate auf seine Server hochlade und auf einer öffentlich zugänglichen Website anbiete, ohne Autoren oder Verlage dafür zu bezahlen.

Das Internet Archive hatte Ende März vor dem Hintergrund der Einschränkungen infolge der Coronavirus-Pandemie seine vorher schon kritisierte Online-Bibliothek rund 1,5 Millionen Werken als "National Emergency Library" weiter geöffnet. Damit Studierende während der Pandemie besser an Lernmaterialien herankommen können, könnten die Titel nicht mehr nur von jeweils einer Person ausgeliehen werden, sondern unbegrenzt.

Nun könnten Internetnutzer "mit nur wenigen Klicks vollständige digitale Kopien von urheberrechtlich geschützten Büchern von der Beklagten herunterladen", heißt es in der Klageschrift der Verlage . Sie verlangen, dass das Internet Archive seine Online-Bibliothek schließt sowie Schadenersatz in noch nicht bezifferter Höhe und alle Gewinne, die das Internet Archive durch seine Verstöße erwirtschaftet hat.

Nach der Öffnung der Online-Bibliothek hatte sich im März bereits der US-amerikanische Autorenverband Authors Guild "entsetzt" gezeigt. Das Internet Archive nutze die Pandemie als Vorwand, um das Urheberrecht weiter auszureizen und schade dabei Autoren, von denen viele aktuell ohnehin ums Überleben kämpften. Seinerzeit wie auch nun heißt es, das Internet Archive schaffe große Mengen Bücher unter anderem nach China, um sie dort digitalisieren zu lassen.

(anw)