Open-Source-Cloud-Infrastrukur: OpenStack Zed ist fertig

Die OpenStack-Community hat eine neue Version veröffentlicht: Zed kann Logs zentral einsammeln, bekommt ein frisches Frontend und unterstützt neue Hardware.

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Wolke - Cloud

(Bild: dpa, Stefan Sauer)

Von
  • Jan Mahn

Die 26. Ausgabe der Open-Source-Cloud-Software OpenStack ist fertig. Sie heißt Zed, erfüllt zahlreiche Wünsche aus der Community und steht ab sofort zum Download bereit. Die Open Infrastructure Foundation, die OpenStack betreut, hat außerdem einen neuen Nutzerrekord zu vermelden.

Auf über 40 Millionen Kernen läuft OpenStack nach Zahlen der Entwickler bereits, 180 öffentliche Cloud-Rechenzentren nutzen die Software als Unterbau für ihre Cloud-Infrastruktur. Noch vor einem Jahr wurde die Marke von 25 Millionen Kernen geknackt. In Deutschland nutzt unter anderem die Deutsche Telekom OpenStack für ihre öffentliche Open Telekom Cloud, in Frankreich der Hoster OVH.

15.500 Änderungen von 710 Entwicklern aus über 140 Organisationen sind in Version Zed eingeflossen, 27 Wochen hat die Entwicklung des halbjährlichen Release gedauert – sie markiert gleichermaßen das Ende einer Epoche: Im März 2023 erscheint die nächste Halbjahresversion, deren Name wieder mit A beginnt und Antilope heißen wird. Damit ändert OpenStack auch seinen Veröffentlichungszyklus: Wer auch künftig halbjährlich neue Funktionen einsetzen will, installiert weiterhin die Frühjahrsversion (SLURP genannt) und die Herbstversion. Wer die Features im Herbst überspringen will, updated direkt von einer Frühjahrsversion zur nächsten.

Dazugelernt hat Zed bei der Unterstützung weiterer Hardware. Das Block-Storage-Modul Cinder spricht jetzt mit Dell PowerStore NFS und NVMe-TCP sowie iSCSI-Systemen von Yadro Tatlin Unified.

Das Beschleuniger-Modul Cyborg (das früher Nomad hieß) und Spezialhardware wie ASICs, GPUs und FPGAs anbindet, lernt Unterstützung für FPGA-Hardware von Xilinx. Neu ist auch eine Unterstützung für Multi-Instance-GPU (MIG) auf Basis von NVIDIA-Ampere, eine Technik zum Aufteilen von GPUs.

Als neues Projekt tritt OpenStack Venus zusammen mit Zed in Erscheinung. Die Software sammelt Logs von OpenStack-Instanzen ein und richtet sich vor allem an Betreiber großer Umgebungen, die einen besseren Überblick über ihre Umgebung brauchen. Dafür stellt Venus Berichte und Visualisierungen zusammen und kann Alarme bei Problemen erzeugen.

Eine neue Weboberfläche auf Basis von React stellt das Projekt OpenStack Skyline bereit. Aktuell ist es noch nicht für den Produktiveinsatz freigegeben, es handelt sich nach Angaben der Entwickler noch um eine sich entwickelnde Vorabversion. Damit solche aufstrebenden Projekte aus dem Umfeld auch künftig Teil von OpenStack werden können, hat das technische Komitee Richtlinien festgelegt, um solche Projekte zu identifizieren.

Wer OpenStack mitgestalten möchte, bekommt bei einer virtuellen Veranstaltung der Open Infrastructure Foundation Mitte Oktober die Gelegenheit, über die Weiterentwicklung zu diskutieren. Beim "OpenInfra Project Teams Gathering", das vom 17. bis zum 21. Oktober 2022 stattfindet, werden die Schritte für die kommenden sechs Monate. Die Teilnahme ist kostenlos.

(jam)