Open-Source im Unternehmen: Sicherheit und Potenzial überzeugen Entscheider

Der Einsatz von Open-Source-Software nimmt zu und wird nach der Meinung von IT-Entscheidern in zwei Jahren mit proprietärer Software gleich auf sein.

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(Bild: Imilian/Shutterstock.com)

Von
  • Philipp Steevens

Sogenannte Enterprise-Open-Source-Anwendungen machen in zwei Jahren 34 Prozent der Firmensoftware aus: Eine weltweite Befragung von 1296 IT-Entscheidern ergab, dass das Open-Source-Modell deutlich wachsen wird, während der Anteil an proprietärer Software dementsprechend sinkt.

Zurzeit liegt der Anteil von Business-Open-Source-Software in Unternehmen noch bei 29 Prozent. Proprietäre Software macht aktuell einen Anteil von 45 Prozent der Anwendungen aus, soll aber in den nächsten beiden Jahren um 8 Punkte auf 37 Prozent schrumpfen. Community-basierte Anwendungen machen derzeit laut des Reports 21 Prozent der Anwendungen aus, ein Anteil, der auf 24 Prozent steigen würde. Urheber der Umfrage ist Red Hat, die sich dafür interessierten, wie auf Unternehmen ausgerichtete Open-Source Anwendungen angenommen werden.

Die überzeugenden Argumente von Open-Source für Entscheider sind laut des Berichts eine bessere Sicherheit (32 Prozent), eine höhere Software-Qualität (32 Prozent), die Fähigkeit, Open-Source-Technologien sicher zu verwenden (28 Prozent) und ein großer Fokus auf die Cloud bei vielen Anwendungen (26 Prozent). Red Hat hebt in der Auswertung der Umfrage das Vertrauen in die Sicherheit von Open Source hervor. 89 Prozent der Befragten gaben an, dass Open-Source-Software als ebenso sicher oder sicherer als proprietäre Anwendungen angesehen wird.

Die meistgenannten Vorteile von Open Source in Bezug auf die Sicherheit waren: dass gut getesteter Code für eigene Anwendungs-Entwicklungen vorliegt (55 Prozent), dass Sicherheits-Patches gut dokumentierte sind (53 Prozent), dass Patches schnell verfügbar sind (51 Prozent), dass viele Leute den Code sichten (44 Prozent) und die Möglichkeit, den Code im Vorfeld zu prüfen (38 Prozent). Etwa 80 Prozent der befragten Entscheider sagen vorher, dass Open Source bei Technologien wichtig ist, die in Zukunft eine große Rolle spielen und die heute schon in vielen der befragten Unternehmen genutzt werden.

Technik Nutzung bei den befragten Unternehmen
KI / Machine Learning 71 Prozent
Edge Computing / IoT 71 Prozent
Container 68 Prozent
Serverlose Anwendungen 61 Prozent

Gerade bei der Verwendung von Open-Source-Container-Anwendungen, genannt wird Kubernetes, sahen die Entscheider ein potenzielles Wachstum in den nächsten zwölf Monaten. In vielen der befragten Unternehmen spielt Open Source auch bei der Modernisierung der IT-Infrastruktur eine Rolle (62 Prozent), das Gleiche gilt für die digitale Transformation (54 Prozent), die Anwendungs-Entwicklung (52 Prozent) und die Modernisierung von Anwendungen (48 Prozent).

Auch in Deutschland wird Open Source als wichtiger Faktor für die Digitalisierung angesehen. Bedenken, die mit Open Source in Verbindung gebracht werden, waren: Zweifel am dauerhaften Support (33 Prozent), Kompatibilität (33 Prozent), Sicherheit des Codes (32 Prozent) und das Fehlen von internen Fähigkeiten für Management und Support von Anwendungen. Insgesamt gaben dennoch 82 Prozent der befragten Entscheider an, dass sie eher einen Anbieter wählen würden, der zu Open-Source-Projekten beiträgt.

Da Red Hat selbst Vertreiber von Open-Source-Software ist, gibt das Unternehmen an, den Entscheidern seine Involvierung in die Umfrage nicht im Vorfeld bekannt gegeben zu haben. Ursprünglich entwickelte das US-amerikanische Unternehmen Red Hat Enterprise Linux und ist nach eigenen Angaben nun auch in Hybrid-Cloud-Infrastruktur, Middleware, agile Integration, Cloud-Native-Entwicklung und das Management und das Automatisieren von Anwendungen involviert.

Als Ausgangspunkt der Studie gibt Red Hat das Interesse an der einzigartigen Rolle von Enterprise-Open-Source-Anwendungen an. Der Erfolg des Modells Open Source lässt sich an vielen, prominenten Beispielen belegen.

Der Blogeintrag zur Umfrage und die gesamte Auswertung finden sich auf der Webseite vom Initiator Red Hat.

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(pst)