Open Source in Hamburg, München: Microsoft will nicht mehr unbedingt fensterln

"Open-Source-Lösungen werden ohne Frage einen wichtigen Beitrag zur digitalen Transformation der öffentlichen Hand leisten", sagt Microsoft zu Hamburger Plänen.

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Tux, das Stoff-Maskottchen des Betriebssystems Linux vor dem Münchner Rathaus.

(Bild: dpa, Peter Kneffel)

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Microsoft unterstützt nach eigenen Angaben prinzipiell die Vorhaben der rot-grünen Koalitionen von Hamburg und München, in den jeweiligen Stadtverwaltungen mehr freie Software einzusetzen. "Auch wir sind der Meinung: Open-Source-Lösungen werden ohne Frage einen wichtigen Beitrag zur digitalen Transformation der öffentlichen Hand leisten", heißt es von dem IT-Konzern. Frei verfügbare Programme hätten sich über die Jahre hinweg zu einem wichtigen Element und bedeutenden Innovationstreiber der IT mit breiten Anwendungspotenzialen für den privaten wie den öffentlichen Sektor entwickelt.

SPD und Grüne in Hamburg haben jüngst in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten: "Wo immer technisch und finanziell möglich" setze die Stadt auf offene Standards und freie Open-Source-lizenzierte Software "und vermeidet damit absehbare Herstellerabhängigkeiten". In München haben Politiker beider Parteien Ähnliches vereinbart, obwohl die Verwaltung offiziell derzeit vom quelloffenen "LiMux" zurück zu Windows und Microsoft Office wechselt.

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Ulrich Homann, Corporate Vice President bei Microsoft und für das Cloud- und Enterprise-Geschäft zuständig, erklärte dazu jüngst in Berlin: "Open-Source-Software erlaubt es uns und der öffentlichen Hand, Additionen zu einer betrieblichen Software zu machen."

Die Azure-Cloud etwa ermögliche es Nutzern, Zusatzfunktionen über Open Source hinzuzufügen: "Wir verlängern so die Wertschöpfungsketten weit über die Erstellung der Software hinaus." Microsoft gehöre zu den größten Unterstützern quelloffener Programme. Etwa 50 Prozent der aus Rechenzentren des Unternehmens gelieferten Dienste basierten darauf. Als GitHub-Eigentümer entwickele Microsoft gemeinsam mit der Open-Source-Community "wertvolle Synergien".

Im ersten Lobbykampf um Windows in München hatte der damalige Konzernvize Steve Ballmer dagegen 2003 noch eigens seinen Ski-Urlaub in der Schweiz unterbrochen und der Stadt finanzielle Angebote und Zugaben unterbreitet. Kritiker wie der "Techrights"-Blogger Roy Schestowitz zweifeln dennoch an, dass Microsoft einen echten Kurswechsel gegenüber dem einst als "Krebsgeschwür" verschrienen Linux vollzogen hat.

(anw)