Open Source statt Microsoft: Bund und Länder planen "souveränen Arbeitsplatz"

Die Bundesregierung und neun Bundesländer wollen mit freier Software eine Alternative zu MS Office und Teams aufbauen. Das soll Abhängigkeiten reduzieren.

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Laptop mit Videokonferenz auf Schreibtisch, davor eine schreibende Hand, daneben ein Blumentopf

(Bild: Anikin Stanislav/Shutterstock.com)

Von
  • Christian Wölbert

Um die Abhängigkeit der Verwaltung von Microsoft zu reduzieren, wollen Bundesinnenministerium und neun Bundesländer gemeinsam einen "souveränen Arbeitsplatz" mit Open-Source-Software für den öffentlichen Sektor entwickeln. Eine entsprechende Absichtserklärung hat die Bundesregierung am Mittwoch veröffentlicht. Bereits vor zwei Jahren hatte das Bundesinnenministerium angekündigt, die Abhängigkeit der Verwaltung von Microsoft reduzieren zu wollen.

Nun wollen die neun Länder und der Bund gemeinsam "Basisfunktionen" für Produktivität, Kollaboration und Kommunikation (wie Videokonferenzen) bereitstellen und erproben. Dabei sollen Open-Source-basierte Anwendungen und offene Schnittstellen verwendet werden, heißt es in der Erklärung.

Die Unterzeichner sind Bundes-CIO Markus Richter sowie die IT-Verantwortlichen der Länder Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Gemeinsam wollen sie mit dem Projekt "die Unabhängigkeit von Anbietern proprietärer Softwarelösungen" stärken. Gemeint ist in erster Linie Microsoft; bislang verwendet die Verwaltung von Bund, Ländern und Kommunen fast ausschließlich Microsoft Office und Exchange. "Der Schulterschluss für digitale Souveränität ist wichtig", sagte der Thüringer Landes-CIO Hartmut Schubert.

Ob die Länder und der Bund den "souveränen Arbeitsplatz" künftig in der Praxis nutzen oder nur eine Alternative zu Microsoft in der Hinterhand haben wollen, bleibt abzuwarten. Bislang hat nur die Landesregierung Schleswig-Holsteins angekündigt, proprietäre Software langfristig vollständig durch Open Source zu ersetzen. Dort soll zunächst Microsoft Office und später Windows abgelöst werden.

Das Vorhaben weckt Erinnerungen an LiMux, den Open-Source-Arbeitsplatz der Stadt München. Die Haupstadt des Freistaats ist nach einigen Jahren von LiMux zu Microsoft-Software zurückgekehrt.

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(cwo)