OpenSearch gegen Elasticsearch: Amazons Fork-Klatsche

Mit OpenSearch beginnt die Entwicklung des freien ELK-Forks. Neben Elastics Lieblingsfeind AWS sind auch Logz.io, Red Hat, SAP und Capital One mit an Bord.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 34 Beiträge
Von
  • Moritz Förster

Unter dem Namen OpenSearch geht Amazons Elasticsearch- und Kibana-Fork an den Start. Ihn hatte AWS nach den Lizenzänderungen und Anschuldigungen des ursprünglichen Entwicklers Elastic Anfang des Jahres angekündigt. Der ELK-Stack erschien zuvor als freie Software unter der Apache-Lizenz, seit der Version 7.11 steht er jedoch unter einer eigenen Lizenz, die unter anderem Cloud-Providern explizit untersagt, die Software Dritten als verwalteten Dienst anzubieten.

Nicht nur dies zielte auf Amazon und die Elasticsearch-Distribution von AWS ab, letztere sei laut Elastic vielmehr überhaupt erst verantwortlich für die Situation und den Lizenzwechsel. In der Ankündigung von OpenSearch nimmt der Konzern nun zumindest indirekt den Fehdehandschuh auf: Das komplette OpenSearch-Projekt steht unter der Apache-Lizenz, die jeder verstehen würde und die einen freien – sowie kommerziellen – Einsatz ermöglichen würde.

Ferner dürfen Dritte ebenfalls OpenSearch als Marke für eigene Zwecke verwenden, Amazon hat auch hierzu eine Richtlinie veröffentlicht. Hintergrund dessen ist ebenfalls der Streit mit Elastic, in diesem Fall einer vor den Gerichten: Elastic wirft AWS Markenrechtsverletzungen vor, denn durch die Verwendung des Namens Elasticsearch durch Amazon seien Nutzer verwirrt. Zu diesem Thema steht nun in den Richtlinien zu OpenSearch, dass der Einsatz des Namens nicht verschleiern soll, wer die Software im jeweiligen Fall anbiete.

Amazon arbeitet von Beginn an nicht alleine an OpenSearch: Auch Logz.io ist mit an Bord, die ebenfalls einen Fork von Elasticsearch ankündigten. Lange Zeit war nicht klar, ob es zwei konkurrierende Projekte geben würde, nun steht fest: AWS und Logz.io, aber auch Red Hat, SAP und Capital One ziehen am selben Fork-Strang.

Auf GitHub finden sich bereits OpenSearch selbst sowie die OpenSearch Dashboards. Erstere basieren auf Elasticsearch 7.10.2, letztere auf Kibana 7.10.2. Amazon lädt die Community explizit zur Mitarbeit ein: Eine Contributor License Agreement (CLA) müssen Interessierte nicht unterzeichnen.

Auch Amazons Elasticsearch-Distribution geht in dem Projekt auf. Wer sie einsetzt, soll aber keine technischen Hürden beim Umstieg nehmen müssen: OpenSearch APIs sind abwärtskompatibel zur existierenden Software, Upgrades sollen sich nahtlos vornehmen lassen. Auch soll die Amazons Apache-Version von Elasticsearch weiterhin Security-Updates erhalten – neue Funktionen sind aber OpenSearch vorbehalten.

Generell sollen Unternehmen keinen Ausfall existierender Applikationen hinnehmen müssen. Allerdings ist es für einen Umstieg auf OpenSearch zu früh: Amazon sieht das Projekt zum Start als im Alpha-Status befindlich an. Beta-Versionen sollen in den nächsten Wochen folgen, während stabile Releases für den produktiven Einsatz Mitte des Jahres das Licht der Welt erblicken sollen. Alle Details hierzu finden sich in der Ankündigung im AWS-Blog.

Siehe zu der Auseinandersetzung um die Elastic-Nutzung durch Amazon:

(fo)