Operation DisrupTor gegen Darknet-Händler: 179 Festnahmen in sieben Staaten

Die Daten aus den Ermittlungen gegen den Wall Street Market bescheren Strafverfolgern weitere Erfolge. Dutzende Verdächtige konnten seitdem festgenommen werden.

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(Bild: Europol)

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  • Martin Holland

Im Rahmen von international koordinierten Aktionen haben Ermittler in Europa und den USA 179 Personen festgenommen, denen illegaler Handel im Darknet vorgeworfen wird. Die sogenannte Operation "Operation DisrupTor" basiert auf Erfolgen von Strafverfolgern im Nachgang der Stilllegung des Darknet-Handelsplatzes Wall Street Market, teilte die europäische Polizeibehörde Europol mit.

Dadurch hätten die Identitäten Dutzender Händler ermittelt werden können, gegen die vorgegangen worden sei. In Deutschland gab es demnach 42 Festnahmen, 119 Verdächtige sind in den USA, 8 in den Niederlanden, 4 in Großbritannien, 3 in Österreich, 2 in Kanada und einer in Schweden verhaftet worden.

Im Frühjahr 2019 hatten Ermittler des Bundeskriminalamts (BKA) die mutmaßlichen Betreiber des zweitgrößten illegalen Online-Marktplatzes im Darknet, Wall Street Market, festgenommen. Dort waren Drogen, ausgespähte Daten, gefälschte Dokumente und Schadsoftware verkauft worden. Später wurde der sogenannte Cyberbunker ausgehoben. Dank des Ermittlungserfolgs konnten die Strafverfolger auch Dutzende der dort tätigen Händler identifizieren, erklärt das US-Justizministerium nun. In der Operation DisrupTor wurde demnach gegen diese vorgegangen – über einen Zeitraum von insgesamt neun Monaten. Weitere Identitäten würden aber noch untersucht, die Ermittlungen sind also nicht beendet.

"Cyberbunker" in Traben-Trarbach (122 Bilder)

Das Gelände
(Bild: Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz)

Insgesamt haben die Ermittler im Rahmen der Operation demnach Geld beziehungsweise Kryptogeld im Wert von rund 6,5 Millionen US-Dollar sichergestellt, sowie etwa 500 Kilogramm an Drogen. Etwas mehr als die Hälfte davon in den USA, darunter Fentanyl, Heroin, Kokain und Ecstasy. Auch 63 Schusswaffen wurden demnach beschlagnahmt. Die Verdächtigen hatten ihre Waren demnach nicht nur auf Wall Street Market angeboten, sondern auch anderen Handelsplätzen wie AlphaBay und Dream.

Mit Operation DisrupTor sei der Onlinehandel von Opioiden "signifikant gestört" worden, gibt sich das US-Justizministerium nun überzeugt. Die Operation unterstreiche, dass die Strafverfolger auch dank ihrer Kooperation und dank "innovativer Wege" in der Lage seien Händler im Darknet zu identifizieren und die kriminellen Machenschaften zu durchkreuzen. "Das goldene Zeitalter von Darknet-Marktplätzen ist vorbei", gibt sich auch Europol überzeugt.

(mho)