Opt-In-Pflicht für Tracking beim iPhone: Werbefirmen ändern Technik

Mit neuen Verfahren sollen Nutzer datenschutzfreundlicher verfolgt werden. Apple stellt dazu sogar eine API bereit.

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Wo ist der Nutzer und was macht er?

(Bild: Shutterstock/Peshkova)

Von
  • Ben Schwan

Nachdem es im Rahmen des kommenden iOS-Updates 14.5 für Nutzer deutlich einfacher wird, auf dem iPhone dem Tracking über Apps hinweg zu entgehen, suchen Werbe- und Marketingfirmen nach Alternativen. Dazu hat sich die sogenannte Post-IDFA-Allianz gegründet – IDFA ist der Fachbegriff für Apples bisherige Werbe-ID.

Die Gruppe betreibt seit kurzem auch eine eigene Website unter dem Motto "Keine IDFA? Kein Problem!". Dort nennen Reklame- und Adtech-Firmen wie Chartboost, Inmobi, Liftoff, Singular oder Vungle Methoden, wie man "Apps unter iOS 14.5 vermarkten und monetarisieren" kann. Hauptempfehlung dabei ist, Apples neue API zu verwenden, die – trotz der Tatsache, dass die IDFA nicht grundsätzlich abgeschafft wird – der Konzern seinen Entwicklern und ihren Marketing- und Reklamepartnern nahe legt.

Die neue Klasse nennt sich SKAdNetwork und ist bereits seit IOS 11.3 mit an Bord. Die Werbenetzwerk-API verspricht Reklametreibenden, den Erfolg von Reklamekampagnen messen zu können, während "gleichzeitig die Nutzerprivatsphäre gewahrt" wird. Darüber ist es unter anderem weiterhin möglich, Benachrichtigungen zu erhalten, wenn eine Anzeige zu einer "Conversion", also der Erfüllung des Werbeziels wie etwa der Installation einer beworbenen App, führt.

Laut Post-IDFA-Alliance nutzen das von der Gruppe überwachte Werbevolumen SKAdNetwork bislang nur zu nicht ganz 17 Prozent beziehungsweise sei "bereit dafür". In einem Informationsdokument werden zudem Tipps gegeben, wie mit SKAdNetwork umgegangen werden muss. Die Hoffnung, dass Apples neue App Tracking Transparency (App-Tracking-Transparenz, ATT) nicht dazu führt, dass die Nutzerverfolgung gänzlich stirbt, hat die Gruppe ebenfalls. Sie empfiehlt, A/B-Tests durchzuführen, um die von Apple künftig verpflichtende Opt-In-Genehmigung zu erhalten.

Dies erinnert an Facebooks geplante Strategie, um den Opt-In mit speziellen Info-Seiten zu betteln. So heißt es dort etwa, Werbung werde ohne Zustimmung "weniger relevant" und eine Tracking-Zustimmung führe nicht dazu, dass Facebook "neue Arten von Daten" sammeln könne, was allerdings auf den zweiten Blick völlig logisch ist, da Apple mit ATT-Einführung auch keine zusätzlichen Trackingmöglichkeiten offeriert. (bsc)