Optane: Intel stampft seine letzte Speichersparte ein

Von Intel kommt kein neuer Phasenübergangsspeicher mehr. Die Optane-Sparte rund um 3D Xpoint wird eingestampft, was mit einer saftigen Abschreibung einhergeht.

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(Bild: c't)

Von
  • Mark Mantel

Intel zieht bei seiner letzten verbliebenen Speichersparte rund um den Phasenübergangsspeicher 3D Xpoint den Stecker. In den aktuellen Geschäftszahlen führt der Hersteller eine Abschreibung in Höhe von 559 Millionen US-Dollar auf, die auf volle Lager mit 3D-Xpoint-Produkten zurückzuführen sein dürfte. Alle SSDs und Speicherriegel mit 3D-Xpoint-Bausteinen tragen den Markennamen Optane.

Laut Mitteilung hat Intel im zweiten Quartal 2022 damit begonnen, das Optane-Geschäft herunterzufahren. In einer Stellungnahme gegenüber Tom's Hardware bestätigt die Firma das kurzfristige Aus: "Wir setzen die Konsolidierung unseres Portfolios zugunsten unserer IDM-2.0-Strategie fort. Dazu gehört es, die Veräußerung von Geschäftsbereichen zu prüfen, die entweder nicht ausreichend profitabel sind oder nicht zu unseren strategischen Zielen passen. Nach sorgfältiger Abwägung plant Intel, die weitere Produktentwicklung innerhalb seines Optane-Geschäfts einzustellen. Wir sind entschlossen, Optane-Kunden während des Übergangs zu unterstützen."

Ende 2020 verkaufte Intel bereits die eigene NAND-Flash-Sparte für klassische SSDs an SK Hynix, behielt aber den Optane-Geschäftsbereich. Anfang 2021 folgte das Ende für alle Endkundenprodukte mit Phasenübergangsspeicher – zu hoch waren die Kosten und zu niedrig die Vorteile verglichen mit NAND-Flash-SSDs.

Seit dem Sommer 2021 fehlte Intel zudem ein Fertiger für die 3D-Xpoint-Speicherbausteine: Damals verkaufte der ehemalige Entwicklungs- und Fertigungspartner Micron sein Halbleiterwerk im US-Bundesstaat Utah an den Automotive-Chiphersteller Texas Instruments (TI), der daraufhin die einzigen kompatiblen Produktionslinien umstellte.

Den Informationen von Blocks & Files zufolge bediente Intel die geringe Nachfrage nach Optane-Produkten zuletzt ausschließlich durch vorhandene Lagerbestände, was zur Abschreibungshöhe von 559 Millionen US-Dollar passt.

(mma)