P5 Plus im Kurztest: Crucials erste SSD mit PCI Express 4.0

Neuester NAND-Flash-Speicher mit 176 Layern und ein selbstentworfener Controller: Crucial hat die SSD-Serie P5 Plus mit PCIe 4.0 vorgestellt.

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(Bild: Lutz Labs / c't)

Von
  • Mark Mantel

Rund zwei Jahre nach der Konkurrenz hat Crucial die erste eigene SSD-Baureihe vorgestellt, die auf PCI Express 4.0 für hohe Übertragungsraten setzt. Die P5 Plus erscheint mit Kapazitäten von 500 GByte, 1 TByte und 2 TByte. Genauso wie Samsung und Western Digital setzt Crucial auf einen selbstentworfenen Controller, hier vom Mutterkonzern Micron. Wir haben uns das 1-TByte-Modell angeschaut.

Im Benchmark las die P5 Plus mit 1 TByte Speicher mit fast 6,8 GByte/s und schrieb innerhalb des SLC-Caches mit 5 GByte/s. Letzterer beschreibt die Zellen mit 1 statt 3 Bit (Single vs. Triple Level Cells), was schneller funktioniert, aber Speicherplatz kostet. Der SLC-Cache skaliert mit dem verfügbaren Speicher, der Richtwert liegt bei 10 Prozent der Gesamtkapazität.

Zudem haben alle drei M.2-Kärtchen einen SDRAM-Cache, der bei den Versionen mit 500 GByte und 1 TByte 1 GByte fasst und beim Topmodell 2 GByte. Wer viele und große Daten kopiert, sollte die SSD mit einem Kühlkörper versehen, um eine Drosselung des Controllers zu vermeiden.

Zufallszugriffe haben wir mit 695.000 IOPS lesend und 665.000 IOPS schreibend gemessen. Die P5-Plus-SSD mit 2 TByte soll laut Crucial noch etwas flotter arbeiten und 700.000 bis 720.000 IOPS schaffen. Das 500-GByte-Modell ist aufgrund der reduzierten Anzahl von Speicherbausteinen deutlich abgeschlagen: Mit 360.000 IOPS lesend und 100.000 schreibend (laut Datenblatt) befindet es sich auf dem Niveau älterer SSDs.

Crucial P5 Plus 2 TByte 1 TByte 500 GByte
Seq. Lesen* 6,6 GByte/s 6,6 GByte/s 6,6 GByte/s
Seq. Schreiben* 5,0 GByte/s 5,0 GByte/s 3,6 GByte/s
Gemessen - 6,8 / 5,0 GByte/s -
IOPS Lesen* 720.000 700.000 360.000
IOPS Schreiben* 700.000 630.000 100.000
Gemessen - 695.000 / 665.000 -
Preisempfehlung ca. 370 € ca. 180 € ca. 110 €

Der verwendete TLC-NAND-Flash stammt aus Microns neuester Generation mit 176 Speicherlagen. Der hauseigene Controller mit acht Kanälen erreicht nicht das Leistungsniveau von Samsungs SSD 980 Pro, Western Digitals WD Black SN850 und M.2-Kärtchen mit dem Phison-Controller E18, die auf 7 GByte/s und rund 1 Million IOPS kommen. Die erste Generation an PCIe-4.0-SSDs mit Phisons E16 lässt die P5 Plus hingegen hinter sich.

Für die gebotene Leistung muten die Preisempfehlungen von rund 110 Euro (500 GByte), 180 Euro (1 TByte) beziehungsweise 370 Euro (2 TByte) hoch an. Zu ähnlichen Preisen sind auch die oben genannten SSDs verfügbar. Traditionell unterbieten Crucial-SSDs im Handel jedoch die Preisempfehlungen, sodass die P5-Plus-Serie noch zur Preis-Leistungs-Empfehlung werden könnte.

Die P5 Plus ist derweil nicht mit der normalen P5 zu verwechseln, die über PCIe 3.0 Übertragungsraten von maximal 3,4 GByte/s schafft.

(mma)