PC-Prozessoren: Intels Kerngeschäft blutet wegen AMD

Intel verkauft weniger Desktop- und Notebook-Prozessoren als noch vor einem Jahr – der operative Gewinn der Client Computung Group sank um 35 Prozent.

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(Bild: Mark Mantel / heise online)

Die wachsende Konkurrenz durch AMD macht sich bei Intels jüngstem Geschäftsbericht für das erste Quartal 2022 bemerkbar: Der Umsatz sank im Jahresvergleich um 7 Prozent von 19,7 Milliarden auf 18,4 Milliarden US-Dollar. Dabei fingen insbesondere die Server- und Netzwerksparten Intels Kerngeschäft mit Desktop- und Notebook-Prozessoren auf, deren Umsatz um 13 Prozent sank.

Der Gewinn explodierte lediglich aufgrund eines Einmaleffekts um 141 Prozent auf 8,1 Milliarden US-Dollar: Intel verkaufte die eigenen Anteile an dem IT-Sicherheitsunternehmen McAfee für 4,6 Milliarden US-Dollar.

Der Umsatzrückgang mit Consumer-Prozessoren lag teilweise am leicht rückläufigen PC-Markt – Anfang 2022 wurden rund 80,5 Millionen PCs verkauft, 5,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die operative Marge von Intels sogenannter Client Computing Group (CCG) sank jedoch von 40 auf 30 Prozent, der operative Gewinn analog von 4,3 Milliarden auf 2,8 Milliarden US-Dollar – ein Minus von 35 Prozent und ein deutlicher Hinweis auf den starken Wettbewerb durch AMD, primär beim umsatzstarken Notebook-Markt.

Bei Servern fällt das weniger auf, weil Betreiber von Rechenzentren gerade generell fleißig Hardware einkaufen. Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 6 Milliarden US-Dollar, allerdings stagnierte der operative Gewinn bei 1,7 Milliarden US-Dollar, weil die operative Marge von 35 auf 28 Prozent sank. Bergauf ging es bei der Network and Edge Group (NEX) rund um Edge-Prozessoren und Netzwerkprodukte, deren Umsatz um 23 Prozent auf 2,2 Milliarden US-Dollar und der operative Gewinn von 243 Millionen auf 366 Millionen US-Dollar stieg.

Umsatzaufschlüsselung nach Intels Produktsparten (4 Bilder)

(Bild: Intel)

Geldgräber stellten die Grafiksparte (Accelerated Computing Systems and Graphics Group, AXG) und die Chipauftragsfertigungssparte Intel Foundry Services (IFS) dar. Beide befinden sich derzeit im Aufbau, sodass Intel insbesondere in das GPU-Geschäft Geld investieren muss: Ein operatives Minus von 390 Millionen US-Dollar verbuchte sie, unter anderem wegen der anlaufenden Produktion kommender Grafikkarten und weiteren Investitionen. Der Umsatz mit eigenständigen GPUs lag Anfang 2022 noch bei mageren 219 Millionen US-Dollar.

Die Intel Foundry Services erzielten einen Umsatzanstieg von 103 Millionen auf 283 Millionen US-Dollar (+175 Prozent), unter anderem durch erste Zahlungen von Amazon und Cisco, die Chips bei Intel fertigen lassen wollen. Als ersten Posten für das Plus nennt Intel allerdings Verkäufe, die nichts mit der Chipauftragsfertigung zu tun haben: Die Tochterfirma IMS Nanofabrication verkaufte mehr Elektronen-Multistrahl-Maskenschreiber zur Herstellung von Fotomasken, die bei der Chipfertigung benötigt werden.

Im jetzt laufenden zweiten Quartal 2022 erwartet Intel einen Umsatz von 18 Milliarden US-Dollar – gut 8 Prozent wenige als im Vorjahr (19,6 Milliarden). Die Börse nahm die Bekanntgabe der Geschäftszahlen mit einem Minus von rund 2 Prozent auf, die Aktie sank auf knapp 43 Euro.

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