PCI Express 7.0: Doppelte Geschwindigkeit für Grafikkarten und mehr

Eine heutige PCIe-4.0-Grafikkarte bräuchte mit PCIe 7.0 nur noch 2 statt 16 Lanes für die gleiche Geschwindigkeit. Die ersten Spezifikationsziele stehen.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 45 Beiträge

(Bild: zaidi razak/Shutterstok.com)

Von
  • Mark Mantel

Der Unternehmensverbund PCI Special Interest Group (PCI SIG) will mit PCI Express 7.0 ein weiteres Mal die Übertragungsgeschwindigkeit verdoppeln. Bis 2025 soll die Spezifikation fertig und bereit zur Integration in Endgeräte sein. PCIe 7.0 schafft dann 128 Gigatransfers pro Sekunde, was bei einer einzelnen Lane 16 GByte/s pro Richtung entspricht. Das entspricht der Geschwindigkeit von 8 PCIe-4.0-Lanes.

Für diese Übertragungsrate benötigten Grafikkarte vor nicht allzu langer Zeit 16 PCIe-3.0-Lanes – die Geschwindigkeit von PCIe 3.0 zu PCIe 7.0 versechszehnfacht sich also wie erwartet. Insbesondere Rechenzentren benötigen diese Geschwindigkeit, etwa zur Kommunikation zwischen Prozessoren und GPU-Beschleunigern sowie für immer schneller werdende Netzwerkadapter.

Datentransferraten von PCIe und RAM (maximale Transferrate pro Richtung)
Schnittstelle Transferrate
PCIe 7.0 x16 256 GByte/s
4 Kanäle DDR5-4800 154 GByte/s
PCIe 6.0 x16 128 GByte/s
2 Kanäle DDR5-4800 77 GByte/s
PCIe 6.0 x8 64 GByte/s
PCIe 5.0 x16 64 GByte/s
1 Kanal DDR5-4800 38 GByte/s
PCIe 6.0 x4 32 GByte/s
PCIe 5.0 x8 32 GByte/s
PCIe 4.0 x16 32 GByte/s
1 Kanal DDR4-3200 26 GByte/s
PCIe 7.0 x1 16 GByte/s
PCIe 3.0 x16 16 GByte/s
PCIe 6.0 x1 8 GByte/s
PCIe 4.0 x4 8 GByte/s

Sollten AMD, Intel und Nvidia bei der Implementierung so flink sein wie zuletzt bei PCIe 5.0, ist frühestens ab 2026 mit PCIe-7.0-fähiger Hardware zu rechnen. Die Folgejahre ab 2027 wären allerdings realistischer. Abzuwarten bleibt, inwieweit Desktop-PCs und Notebooks auf den Zug aufspringen werden: Schon PCIe 5.0 etwa stellt SSD-Hersteller vor Herausforderungen, was die Leistungsaufnahme und Temperaturentwicklung angeht. Bei Mainboards steigen die Kosten mit jeder PCIe-Generation aufgrund der immer höheren Anforderungen an die Signalqualität.

Mit der jetzigen Ankündigung verkündet die PCI SIG zunächst nur das Ziel von PCIe 7.0. Wie dieses erreicht wird, bleibt erst einmal offen. Klar ist bisher nur, dass es beim Modulationsverfahren mit vierstufiger Pulsamplitudenmodulation (PAM4) bleibt. PAM4 debütiert mit PCIe 6.0 und überträgt statt einem (0 oder 1) zwei Bits pro Transfer, arbeitet also mit vier Spannungspegeln.

(mma)