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PCI-Express-SSDs: Kioxia zeigt erste Prototypen im E3.S-Formfaktor

PCI-Express-SSDs: Kioxia zeigt erste Prototypen im E3.S-Formfaktor

(Bild: Kioxia)

Die Vorserienmodelle nutzen Technik der PCIe-4.0-SSD CM6, erhöhen deren Leistung jedoch um etwa 35 Prozent.

Kioxia (ehemals Toshiba Memory) zeigt den ersten Prototyp einer PCI-Express-SSD im "Enterprise & Datacenter SSD Form Factor" (EDSFF) E3.S, die der Speicherhersteller zu Testzwecken an Rechenzentren verschickt. Die SSDs sind in etwa so flach wie 2,5-Zoll-Modelle, fallen aber breiter und tiefer aus. Zudem werden sie mittels Stecker hochkant in entsprechende Systeme eingeschoben und kommen ohne Kabelverbindungen aus.

Die Prototypen von Kioxia stellen Schwestermodelle der CM6-Baureihe dar [1]: Zum Einsatz kommt eigener BiCS4-TLC-Flash mit 96 Speicherlagen, der drei Bit pro Zelle beschreibt (Triple Level Cells), zusammen mit einem selbstentwickelten PCIe-4.0-Controller. E3.S ist optional für den Einsatz von acht PCIe-Lanes spezifiziert, Kioxia bleibt allerdings bei vieren. Den kommenden Standard PCIe 5.0 [2] berücksichtigt E3.S ebenfalls schon.

In der Mitteilung zum Prototyp spricht Kioxia [3] von einer "annähernd 35 Prozent besseren Performance" im Vergleich zu den CM6-SSDs im 2,5-Zoll-Gehäuse mit U.2-Anschluss. Diese Steigerung kommt offenbar durch eine Erhöhung der Leistungsaufnahme von 20 auf 28 Watt zustande – bei der CM6 würde demnach die Stromzufuhr limitieren. Letztere Serie übertragt bis zu 6,9 GByte/s lesend beziehungsweise 4,2 GByte/s schreibend und schafft bis zu 350.000 IOPS.

Die SSD-Formfaktoren E3.S (oben, ohne Gehäuse), E1.S (mittig) und E1.L (unten) untereinander. Kioxias PCB entspricht der obersten Variante.

Die SSD-Formfaktoren E3.S (oben, ohne Gehäuse), E1.S (mittig) und E1.L (unten) untereinander. Kioxias PCB entspricht der obersten Variante.

(Bild: Lutz Labs / c't)

SSDs im Formfaktor E3.S sind für U2-Server gedacht [4]. Betreiber stecken die Datenträger hochkant nebeneinander ein, um so eine möglichst hohe Datendichte zu erreichen. Kioxia verwendet beim Prototyp ein System von Dell EMC. Der E3.L-Formfaktor verlängert die SSDs von 104,9 auf 142,2 mm. Für U1-Server sieht EDSFF auch E1.S- und E1.L-SSDs vor – umgangssprachlich "Linealformat" genannt.

(mma [5])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-4799837

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/meldung/Kioxia-bringt-PCIe-4-0-SSDs-mit-bis-zu-30-72-TByte-Speicherplatz-4666097.html
[2] https://www.heise.de/news/PCIe-Roadmap-5-0-Zertifizierung-in-Kuerze-6-0-auf-der-Zielgeraden-4771794.html
[3] https://www.pr-com.de/de/pi/kioxia-pr-sentiert-n-chste-generation-des-nvme-ssd-formfaktors-f-r-cloud-und
[4] https://www.heise.de/meldung/Neuer-Formfaktor-fuer-SSDs-Mehr-Unterstuetzung-fuer-EDSFF-4490615.html
[5] mailto:mma@heise.de