PKW-Neuzulassungen brechen im ersten Halbjahr 2020 ein

Für das erste Halbjahr 2020 verzeichnet das KBA rund ein Drittel weniger Neuzulassungen als im Vorjahreszeitraum. Ein Plus gibt es bei E- und Hybrid-Autos.

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(Bild: Ulf Wittrock/Shutterstock.com)

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Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) wurden in Deutschland zwischen Anfang Januar und Ende Juni 2020 rund 1,21 Millionen PKW erstmalig zugelassen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Rückgang um 34,5 Prozent. Steigende Zulassungszahlen im Mai und Juni konnten den Corona-bedingten Einbruch somit nicht ausgleichen. Gegen den Trend entwickelten sich die Zahlen bei PKW mit rein elektrischem Antrieb sowie bei Plug-in-Hybriden (PHEV).

Der Anteil der rein elektrisch angetrieben PKW wuchs um 42,7 % auf rund 44.300 Fahrzeuge. Mit 3,7 Prozent ist der Anteil am Gesamtmarkt dennoch weiterhin überschaubar. Ähnliches gilt für Plug-in-Hybride: Rund 49.300 Fahrzeuge bedeuten gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 zwar ein Plus von fast 200 Prozent, doch nur eine von 25 Neuzulassungen beherbergte neben einem Verbrennungsmotor auch einen Elektromotor, dessen Batterie an der Steckdose aufladbar ist. Erstmals sechsstellig ist die Zahl der Hybride ohne externe Lademöglichkeit. Deren Anteil wuchs laut KBA um 54,6 Prozent auf knapp 110.000 oder 9,1 Prozent des Gesamtmarktes.

Auch im Juni 2020 lag die Zahl der PKW-Neuzulassungen deutlich unter dem Vorjahreswert.

(Bild: KBA)

Zu den größten Verlierern im ersten Halbjahr gehörten die Hersteller respektive Marken, die überwiegend Privatkäufen und -zulassungen zuzurechnen sind. So halbierten sich die Zulassungen bei Dacia, Mazda, Opel und Suzuki auf rund 20.200, 17.200, 60.800 und 8800 Fahrzeug. Noch stärker betroffen war lediglich Smart: Nur 2700 Zulassungen entfielen auf die Daimler-Tochter – ein Minus von mehr als 88 Prozent. Zurückzuführen ist dieser Rückgang aber auch auf die strategische Neuausrichtung: Seit Anfang 2020 verkauft Smart nur noch Elektrofahrzeuge. Gemessen an den Neuzulassungen konnte die Marke VW mit 223.200 Fahrzeugen die Spitzenposition verteidigen, gefolgt von Mercedes mit 117.300 sowie BMW und Audi mit 98.800 und 98.600 Fahrzeugen.

Allein im Monat Juni lag die Zahl der Neuzulassungen bei 220.272 Fahrzeugen – 32,3 Prozent weniger als im Juni 2019. Noch im Mai lag das Minus bei fast 50 Prozent, im April bei 76 Prozent. Den größten Anteil verzeichneten Fahrzeuge der Kompaktklasse (21 Prozent), gefolgt von SUVs (19,9 Prozent). Bei rund jedem zweiten (51,5 Prozent) erstmals zugelassenen PKW handelte es sich um einen Benziner, der Anteil der Diesel lag bei 30,6 Prozent.

Die Entwicklung der Neuzulassungen spiegeln die Auswirkungen der Corona-Beschränkungen sowie Förderungen durch den Bund – beispielsweise in Form der Kaufprämie für Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride – teilweise nur zeitverzögert wider. Zwischen Kauf und Zulassung liegen häufig mehrere Monate. Laut Verband der Automobilindustrie (VDA) konnten die deutschen Automobilhersteller im Juni jedoch einen steigenden Auftragseingang verzeichnen. Dennoch rechnet der Verband für das Gesamtjahr mit einem deutlichen Rückgang bei Neuzulassungen in Höhe von 23 Prozent.

(pbe)