Panasonic Lumix S5: Spiegellose Vollformatkamera für Foto und Video

Covid-19 verändert den Kameramarkt drastisch, so Panasonic. Foto und Video verschmelzen immer stärker. Die S5 reagiert darauf und wandelt zwischen den Welten.

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Panasonic Lumix S5

(Bild: Panasonic)

Von
  • Sophia Zimmermann

Mit der Lumix S5 erweitert Panasonic sein Angebot an spiegellosen Vollformatkameras mit L-Bajonett. Sie siedelt sich vom Anspruch her unter den S1-Schwestern an, die sich vornehmlich an professionelle Anwender richten, und steckt in einem besonders kompakten Magnesium-Gehäuse. Es erinnert an die Micro-Four-Thirds-Kameras des Herstellers – speziell an die G9.

Der Hersteller betont dabei den hybriden Charakter der S5, denn sie soll gleichermaßen für Fotografie und Bewegtbild taugen. Für Panasonic verändert die Corona-Pandemie den Kameramarkt nachhaltig. Die Verschmelzung von Foto und Video schreite stärker und schneller voran. Online-Kommunikation wie Live-Streaming und Vlogging werde immer wichtiger. Mit Kameras wie der S5 und der kürzlich vorgestellten G110 reagiert der Hersteller auf diesen Trend.

Herzstück der Panasonic Lumix S5 ist ein 24-Megapixel-Sensor im Vollformat. Die Kamera richtet sich an erfahrene Amateure, die gleichermaßen Fotos und Videos aufzeichnen wollen.

(Bild: Panasonic)

Herzstück der Kamera ist ein beweglich gelagerter 24-Megapixel-Sensor im Vollformat. Höhere Auflösungen von 96 Mgeapixeln sollen mit der Pixel-Shift-Technik möglich sein, wie sie bereits die S1-Modelle beherrschen. Dabei kombiniert die Kamera acht versetzt aufgenommene Belichtungen zu einem Foto. Ausgegeben wird dieses sowohl in JPEG als auch in Raw. Die Empfindlichkeit des Sensors gibt der Hersteller mit ISO 100 bis ISO 51.000 an.

Beim Autofokus bleibt es bei Panasonics DFD-Technik (depth from defocus) – einer Spielart des Kontrastautofokus, die quasi die Arbeitsweise eines Phasenautofokus nachahmt und mit zwei unterschiedlich fokussierten Aufnahmen den passenden Fokus ermittelt. Diese Technik benötigt außerdem genaue Objektivinformationen, weshalb sie optimal mit den Panasonic-eigenen Optiken funktioniert.

Bei den Videofähigkeiten setzt der Hersteller auf einem Mix aus Lumix S1 und Lumix GH5. Intern zeichnet die S5 Bewegtbilder mit 4K-Auflösung bei 60 p und 4:2:0 (10-Bit) auf. Bei lediglich 30 p ist sogar eine Farbunterabtastung bei 4:2:2 (10 Bit) möglich. Über HDMi gibt sie außerdem 4K-Aufnahmen mit 60 p und 4:2:2 (10 Bit) extern aus.

Ohne Limit können 4K-Videos mit 30 p (8 bit) aufgenommen werden. Panasonic verspricht in diesem Zusammenhang eine besonders effektive Wärmeableitung. Ein Zeitlimit gibt es allerdings für die 60-p-Aufnahmen, die auf 30 Minuten begrenzt sind. Außerdem beherrscht die S5 weitere Videomodi beispielsweise für Slow- beziehungsweise Quick-Motion aufnahmen, HDR oder anamorphe Aufzeichnungen (4:3).

Mit der S5 führt Panasonic auch den neuen Akku BLK22 ein, der eine hohe Kapazität von 2200 mAh besitzt und dank zwei Kontaktreihen kompatibel mit älteren Modellen wie GH5 und G9 sein soll. Für besonders lange Aufnahmen können Nutzer die Kamera außerdem über USB-C mit Dauerstrom versorgen.

Im kompakten Gehäuse bringt die S5 einen elektronischen Sucher unter, der eine Auflösung von 2,36 Millionen Pixeln (1024 × 768 Bildpunkte) bietet.

(Bild: Panasonic)

Wie die großen S1-Schwestern besitzt die S5 außerdem zwei SD-Speicherkartenslots, von denen einer UHS-II-kompatibel ist. Anschlüsse für Mikron und Kopfhörer sind ebenfalls vorhanden. Der optional erhältliche Mikrofon-Adapter XLR1 besitzt zwei XLR-Anschlüsse. WLAN und Bluetooth gehören ebenfalls zur Ausstattung.

Trotz des kompakteren Gehäuses bietet die S5 einen elektronischen Sucher. Mit dem Modell, das in den großen Schwestern sitzt kann der allerdings nicht mithalten. Seine Auflösung liegt lediglich bei 2,36 Millionen Pixeln (1024 × 768 Bildpunkte; S1-Serie: 1600 × 1200 Bildpunkte). Der 3 Zoll große schwenkbare Monitor besitzt eine Auflösung von 1,8 Millionen Pixeln (1024 × 600 Bildpunkte).

Ab Ende September soll die spiegellose Systemkamera S5 erhältlich sein. Das Gehäuse allein will Panasonic für knapp 1950 Euro (16 Prozent MwSt.) verkaufen. Das Kit mit dem Objektiv "Lumix S 20-60mm F3.5-5.6" soll bei 2250 Euro (16 Prozent MwSt.) liegen.

Das Magnesium-Gehäuse ist gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet.

(Bild: Panasonic)

Mit der Lumix S5 kündigte der Hersteller außerdem weitere Objektive an. Im November soll ein Telezoom-Objektiv mit einer Brennweite von 70 bis 300 Millimetern und Lichtstärke von f/4.5 bis f/5.6 kommen. In Entwicklung befinden sich außerdem Festbrennweiten mit 24, 35, 50 und 85 Millimetern Brennweite und hoher Lichtstärke.

(ssi)