Planetenforschung: Regentropfen aus Säure, Helium oder Eisen auffallend ähnlich

Dass es auf anderen Himmelskörpern Niederschlag gibt, wissen wir. Doch auch wenn dessen Zusammensetzung ganz anders ist, gleicht er Regen auffallend.

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(Bild: Missprofessor/Shutterstock.com)

Von
  • Martin Holland

Auch wenn auf einen anderen Planeten oder einem Mond Niederschlag herabfällt, der sich gänzlich anders zusammensetzt als irdischer Regen, so erreichen die Regentropfen doch ungefähr die gleiche Größe. Das hat eine Planetenwissenschaftlerin der Universität Harvard in einer Modellierung gemeinsam mit einem Kollegen ermittelt. Unabhängig von der Schwerkraft eines Planeten und der Grundlage eines möglichen Flüssigkeitskreislaufs gebe es demnach eine Maximalgröße, auf die Regentropfen anwachsen könnten. Zu kleine Tropfen lösen sich demnach immer wieder auf, zu große brechen auseinander.

Wie die beiden nun erklären, regne es nur auf der Erde Wasser, auf der Venus dagegen Schwefelsäure, auf dem Jupiter Helium – beziehungsweise Hagelkörner aus Ammoniak. Auf dem Neptun hagele es sogar reinen Kohlenstoff – sprich Diamanten. Schnee auf dem Mars besteht aus Kohlenstoffdioxid, auf dem Saturnmond Titan regnet es Methan und auf WASP-76b sogar flüssiges Eisen. Trotz dieser komplett verschiedenen Grundstoffe und der stark abweichenden Schwerkraftverhältnisse auf den Himmelskörpern würden die einzelnen Tropfen nie auf Größen über mehrere Zentimeter anwachsen und jene, die einen eventuell vorhandenen Boden erreichen, sind demnach von überraschend ähnlicher Größe bei wenigen Dutzend Millimetern.

Die Ergebnisse, die die beiden nun im Fachmagazin Journal of Geophysical Research: Planets vorstellen, werde anderen Forschenden dabei helfen, die Verhältnisse auf anderen Welten besser simulieren zu können. So müsse für korrekte Klimamodelle auch bekannt sein, ob Niederschlag die Oberfläche erreicht. Ihre Modellierung könne deswegen dabei helfen, möglicherweise lebensfreundliche Verhältnisse auf Exoplaneten zu erkennen. Sie könnten aber auch dabei helfen, das Klima auf der Erde noch besser zu verstehen. Warum die Größe möglicher Regentropfen nicht stärker voneinander abweicht, obwohl sie während ihrer Entstehung in Wolken auf das Millionenfache ihrer Ursprungsgröße anwachsen, können die beiden bislang aber noch nicht beantworten.

(mho)