Parker Solar Probe: Schnellste Weltraumsonde beschleunigt noch weiter

Die NASA-Sonde kommt der Sonne so nahe wie keine vor ihr. Nun steht der nächste Vorbeiflug an, bei dem sie auf 163 Kilometer pro Sekunde beschleunigt.

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Künstlerische Darstellung der Parker Solar Probe an der Sonne

(Bild: Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory)

Von
  • Martin Holland

Die Sonnensonde Parker Solar Probe der NASA ist bereits das schnellste menschengemachte Objekt und soll in wenigen Tagen bei der nächsten Annäherung an die Sonne weiter beschleunigen. Nach dem fünften Vorbeiflug an der Venus im Oktober wird sie am 21. November rund 8,5 Millionen Kilometer an der Sonnenoberfläche vorbeirasen und auf 163 Kilometer pro Sekunde (586.800 Kilometer pro Stunde) beschleunigen. Das erklärte die NASA und ergänzte, dass die Sonde in der Region um die Sonne mehr Staub entdeckt hat als erwartet. Die Daten helfen demnach immens beim Verständnis einer Region in unserem Sonnensystem, "die bislang ein totales Rätsel war", wie es Nour Raouafi vom Johns Hopkins Applied Physics Laboratory ausdrückt.

Die Parker Solar Probe war Mitte August 2018 gestartet worden und kreist seitdem in immer enger werdenden Bahnen um die Sonne, um den Stern aus der bislang geringsten Distanz zu erforschen. Über einen Zeitraum von sieben Jahren soll sie bei 24 Umläufen durch insgesamt sieben Vorbeiflüge an der Venus immer näher an ihn gelenkt werden. Direkt aus der Korona der Sonne heraus soll unter anderem herausfinden, warum diese äußerste Schicht der Sonnenatmosphäre mit mehreren Millionen Grad Celsius deutlich heißer ist als die Oberfläche mit rund 5000 Grad Celsius. Außerdem soll sie klären, wie die Teilchen des Sonnenwinds beschleunigt werden. Durch das Verständnis solcher Prozesse soll sie auch dabei helfen, unsere Technik etwa bei Sonnenausbrüchen besser zu schützen.

Auch wenn die Sonde keinen speziellen Staubdetektor hat, habe man indirekt ermittelt, dass die Umgebung der Sonne voller ist als erwartet, erklärt Raouafi nun. Durch die Kollisionen mit den Staubpartikeln bei der immens hohen Geschwindigkeit entstehen demnach Plasmawolken, deren elektrische Ladungen von Instrumenten gemessen würden. Für die Sonde sei die unerwartet große Zahl an Staubteilchen kein Problem, auch wenn sogar die Sternenkamera zur Navigation durch reflektiertes Licht immer wieder kurz nicht funktioniere, heißt nun. Das und die häufigeren Kollisionen mit den winzigen Partikeln beeinträchtige die Sicherheit und Funktionsweise der Sonde aber nicht. Die Systeme seien robust und würden sehr autonom arbeiten.

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Im kommenden und im übernächsten Jahr soll die Parker Solar Probe bei weiteren Vorbeiflügen an der Venus nicht nur noch näher zur Sonne gelenkt, sondern auch noch stärker beschleunigt werden. Ziel ist eine Annäherung auf bis zu 6,2 Millionen Kilometer an deren Oberfläche und eine Höchstgeschwindigkeit von fast 700.000 Kilometer pro Stunde bezogen auf die Sonne.

(mho)