Parrot OS 4.10: Linux-Distribution mit Security-Fokus in neuer Version verfügbar

Die neue Version des Live-Systems für IT-Sicherheitsexperten umfasst unter anderem neue Versionen von AnonSurf und Metasploit und fußt nun auf Linux 5.7.

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(Bild: parrotsec.org)

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  • Olivia von Westernhagen

Die als Live-System konzipierte Linux-Distribution Parrot OS bringt in der "Security Edition" standardmäßig ein umfangreiches Arsenal an Werkzeugen für IT-Sicherheitsexperten mit. Das neue Point Relase 4.10 hebt die verwendete Linux-Kernelversion auf 5.7 an und umfasst diverse Bug- und Security-Fixes, inklusiver all jener aus dem Testing-Zweig von Debian GNU/Linux, auf dem Parrot basiert. Die Security-Tools AnonSurf, Metasploit, Greenbone und OpenVAS wurden aktualisiert. Eine weitere Neuerung: Neben MATE und KDE steht künftig auch XFCE als Dektopumgebung zur Wahl.

Ähnlich wie Kali Linux tritt Parrot OS mit dem Versprechen an, ein geeignetes x86-System oder eine virtuelle Maschine mit wenigen Handgriffen in ein ansehnliches Komplettpaket für Penetration Testing, IT-Forensik und weitere Einsatzfelder der IT-Security zu verwandeln. Der Vorgängerversion Parrot OS 4.9 haben wir ein "Ausprobiert" samt Bilderstrecke gewidmet. Es vermittelt einen ersten Überblick über Besonderheiten und Funktionsumfang der Linux-Distribution:

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Die Parrot-spezifische Software AnonSurf liegt jetzt in Version 3.0 vor. AnonSurf dient der weitgehenden Anonymisierung des Systems, indem nicht nur der Web-Traffic, sondern vielmehr sämtlicher Datenverkehr durch das Tor-Netzwerk geleitet wird. Version 3.0 verfügt unter anderem über eine neue grafische Oberfläche, die zahlreiche zusätzliche Einstellungs- und Monitoring-Möglichkeiten etwa zum automatischen Start des Programms beim Hochfahren oder zur Überwachung des Traffics bietet. Ein Daemon überwacht den Status von AnonSurf und beendet die Software bei Bedarf vor dem Herunterfahren, um Fehler beim Reboot zu vermeiden.

AnonSurf in Aktion: Die neue GUI liefert unter anderem Tor-Statusinformationen zurück.

(Bild: parrotsec.org)

Die in Parrot OS enthaltene Version des Exploit-Frameworks Metasploit wurde auf 6.0 angehoben. Informationen zur neuen Version liefert ein Blogeintrag des Rapid7-Entwicklerteams zu Metasploit 6.0. Der Netzwerksicherheits-Scanner Greenbone Vulnerability Mangement (GVM) liegt in Version 11, OpenVAS für denselben Einstzbereich in Version 7 vor.

Bestehende Parrot OS-Installationen können mit Hilfe des APT-Paketmanagers und den Befehlen sudo parrot-upgrade beziehungsweise
sudo apt update && sudo apt full-upgrade auf den neuesten Stand gebracht werden.

Alternativ stehen ISO-Images und OVA-Dateien (Open Virtual Appliance) für virtuelle Maschinen auf der Parrot OS-Projektseite zum Download bereit. Auch Interessierte, die Parrot als Linux-Desktop-System ohne vorinstallierte Security-Tools für den Alltagsgebrauch ausprobieren möchten, werden hier in Gestalt der "Home Edition" fündig.

Die neue XFCE-Variante von Parrot OS ist verfügbar; nun hoffen die Entwickler auf konstruktives Community-Feedback.

(Bild: parrotsec.org)

Die neue XFCE-Variante hat das Entwicklerteam zunächst auf eine separate Download-Seite ausgelagert. Sie soll in den kommenden Monaten auf Basis von Community-Feedback weiter verbessert werden und sich auf diese Weise zu einer gleichwertigen Alternative zu den MATE- und KDE-Ausgaben entwickeln.

Weitere Informationen zur neuen Version liefern die Relase-Notes zu Parrot OS 4.10.

(ovw)