Personalchefin von GitHub tritt nach kontroverser Kündigung zurück

GitHub feuerte einen jüdischen Mitarbeiter, der in einem Chat vor Nazis warnte. Die Firmenleitung spricht von signifikanten Fehlern bei dem Vorgang.

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(Bild: Sundry Photography/Shutterstock.com)

Von
  • Niklas Dierking

Die Personalchefin der Microsoft-Tochter GitHub hat nach der umstrittenen Entlassung eines Mitarbeiters ihren Hut genommen. Das teilte die operative Geschäftsführerin Erica Brescia am 17. Januar nach einer internen Untersuchung mit.

Brescia erklärte in einem Blogbeitrag, die Untersuchung habe signifikante Fehler in der Beurteilung und im formalen Ablauf des Vorgangs offenbart.

Im Blog des Unternehmens entschuldigt sich Erica Brescia bei dem Mitarbeiter für die Kündigung. Wie bereits in einem internen Schreiben an die Belegschaft verurteilt sie erneut den Sturm auf das Capitol und spricht sich gegen Rassismus aus.

Die Leitung der Personalabteilung übernehme die Verantwortung für den Vorgang und trete zurück. Brescia gibt keine Auskunft darüber, um wen es sich konkret handelt. Es ist jedoch gemeinhin bekannt, dass Carrie Olesen diesen Posten innehatte.

Mit der Aussage „Passt auf, Homies, es sind Nazis unterwegs“ wollte ein jüdischer Mitarbeiter im Slack-Chat Kollegen warnen, als sich der Sturm auf das Capitol in Washington D.C. entfaltete, wie der Betroffene gegenüber Business Insider erklärt. An der Erstürmung waren zu großen Teilen rechte und rechtsextreme Anhänger Donald Trumps beteiligt. Laut dem ehemaligen Mitarbeiter kritisierte ein Kollege im Chat diese Wortwahl. Darauf entbrannte eine Diskussion. Dieser Darstellung hat GitHub bisher nicht widersprochen.

Das Microsoft-Tochterunternehmen GitHub mahnte den Mitarbeiter ab und entließ ihn schlussendlich. Als Begründung führte das Unternehmen "Verhaltensmuster, die nicht den Firmenpolitiken entsprechen" an. Die Kündigung sorgte für Entrüstung in der Belegschaft. Ungefähr 200 der 1.700 Mitarbeiter kritisierten das Vorgehen in einem offenen Brief und forderten Aufklärung.

Als Reaktion auf die Ergebnisse der Untersuchung revidierte das GitHub-Management die Entscheidung den Mitarbeiter zu entlassen. Wie Techcrunch berichtet, steht das Unternehmen mit dem Anwalt des gekündigten Mitarbeiters in Kontakt. GitHub habe ihm angeboten, an seine alte Stelle zurückzukehren. In einem Interview mit Techcrunch erklärte der ehemalige Angestellte, er habe kein Interesse mehr daran für GitHub zu arbeiten, sei aber offen für andere Formen der Wiedergutmachung.

(ndi)