Pick&Go: Rewe ermöglicht kassenloses Einkaufen im Supermarkt

In Köln hat Rewe einen Supermarkt eröffnet, in dem ein Einkauf nicht an einer Kasse bezahlt werden muss, aber kann.

Lesezeit: 3 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 55 Beiträge

Die Anmeldung für den kassenlosen Einkauf erfolgt bei Rewe per Pick&Go-App.

(Bild: Rewe)

Von
  • Oliver Bünte

Anmelden, Einkaufen, Rausgehen. So beschreibt Rewe sein Pick&Go-Konzept des ersten "kassenlosen" Supermarktes, den Rewe nach einem fünfmonatigen Testlauf in der Nähe des Kölner Neumarkts in der Zeppelinstraße am Dienstag eröffnet hat. Von den "Amazon Go"-Märkten, die gänzlich ohne Kasse auskommen und schon vor einigen Jahren in den USA eröffnet worden sind, unterscheidet sich der Rewe-Markt dennoch. Denn bei Bedarf können Kundinnen und Kunden in ihm auch nach alter Manier einkaufen und an einer Kasse mit menschlichem Kassierer bezahlen. Hybrides Einkaufen nennt Rewe das.

Wer einfach hineinspazieren, einkaufen und seine Einkäufe direkt aus dem Supermarkt, ohne an der Kasse Schlange stehen zu müssen, raustragen will, muss sich vor dem Einkauf mit der Rewe Pick&Go-App auf dem Smartphone registrieren und den Einkauf damit an einer Eingangsschranke anmelden. Mit dem Akzeptieren der Datenschutzbestimmungen können die Kundinnen und Kunden dann die Schranke passieren. Der Einkauf erfolgt wie gewohnt: Produkte in den Einkaufswagen legen und fertig. "Intelligente" Kameras und Sensoren in den Regalen registrieren, welche Produkte im Einkaufswagen oder auch mitgebrachten Einkaufskörben oder Rucksäcken landen und welche gegebenenfalls auch wieder zurückgestellt werden. Das soll auch klappen, wenn mehrere Personen zusammen einkaufen, etwa eine Familie.

Rewe gibt an, dass so das gesamte Sortiment im Markt eingekauft werden kann, darunter auch frische Backerzeugnisse, Obst und Gemüse und heiße Speisen und Getränke wie der Latte-to-go, also Produkte, sie sich nicht so einfach erfassen lassen, wie etwa ein Paket Waschmittel.

An die Kasse müssen die Kundinnen und Kunden dann nicht mehr. Sie können den Markt mit den Einkäufen verlassen und erhalten automatisch den Kassenbeleg auf ihr Smartphone. Reklamationen können 24 Stunden nach dem Kauf über die Pick&Go-App oder im Markt selbst erfolgen, verspricht Rewe.

Den Datenschutz will Rewe großschreiben. Die von Kundinnen und Kunden erfassten Bildaufnahmen sollen "datensparsam" verarbeitet werden. Sie würden ausschließlich für den Einkaufsvorgang verwendet, eine Gesichtserkennung finde nicht statt. Allerdings, so schreibt Rewe, können Kundinnen und Kunden, die erneut im Markt einkaufen, vom System als Rückkehrer erkannt werden. Wer dem kassenlosen Einkauf skeptisch gegenüber steht, der bezahlt den Einkauf wie bisher auch an einer normalen Kasse. Diese Kundinnen und Kunden müssen sich dann auch nicht vor dem Einkauf registrieren.

Rewe hat das im Mai 2021 vorgestellte Pick&Go-System mit seinem hybriden Einkaufskonzept in den letzten fünf Monaten ausgiebig mit seinen Mitarbeitern getestet. Über 300 Mitarbeitende sollen daran beteiligt gewesen sein und rund 3000 Einkäufe absolviert haben. Ganz ohne Mitarbeiter kommt der Pick&Go-Markt nicht aus, betont Rewe. Wie bei anderen Supermärkten gleicher Größenordnung seien dort 13 Mitarbeitende beschäftigt.

Rewe arbeitet bei dem Pick&Go-Projekt mit Technik der Trigo Vision Ltd. Dabei wird ein 3D-Modell des Supermarktes erstellt, in dem die Bewegungen der Kundinnen und Kunden digital abgebildet werden, ohne dass sie erkennbar sind. Ihre Privatsphäre soll so bestmöglich gewahrt bleiben.

Ob und wann Rewe weitere Pick&Go-Märkte aufmacht, teilte das Unternehmen nicht mit.

(olb)