PinePhone Community Edition mit Mobil-Linux postmarketOS verfügbar

Hersteller Pine64 bietet eine limitierte Edition des PinePhone mit vorinstalliertem postmarketOS an, das sich an Linux-Enthusiasten und Entwickler richtet.

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Das PinePhone im Shop von Pine64.

(Bild: postmarketOS / pine64.org)

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Im stetig wachsenden Smartphone-Markt treffen Nutzer regelmäßig auch auf Exoten jenseits der großen Hersteller und von Android und iOS. Das PinePhone darf zweifelsohne als ein solcher Exot gelten: Hersteller Pine64 will auf Basis von Open-Source-Hardware eine Smartphone-Plattform für Softwareanbieter schaffen, die Projekte aus dem Open-Source-Umfeld anschließend mit einem freien Betriebssystem versorgen können. Die neueste Community Edition des PinePhone kommt mit dem Linux-Mobilbetriebssystem postmarketOS. Bereits im April erschien eine Version des PinePhone mit UBports, einem Mobil-Linux mit Ubuntu Touch.

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postmarketOS gilt als Basis für freie Smartphone-Betriebssysteme. Im Kern handelt es sich um ein aufgebohrtes Alpine Linux. Darauf bauen die Entwickler von postmarketOS eine komplette Linux-Distribution, deren Fokus auf der Nutzung mit Smartphones liegt. Die Entwickler wollen einen möglichst unveränderten Kernel für alle unterstützten Geräte nutzen, auf Android-Frameworks weitgehend verzichten und dem Nutzer so viel Freiheit wie möglich lassen. So lässt postmarketOS sich etwa auf diversen herkömmlichen Smartphones installieren, auf denen proprietäre Treiber für die Nutzung einzelner Komponenten benötigt werden. postmarketOS lädt diese Treiber nicht einfach automatisch, sondern überlässt dem Anwender die Wahl. Die nun vorgestellte Kombination aus postmarketOS und PinePhone hat dieses Problem aber sowieso nicht: Das PinePhone setzt ja ausschließlich auf Hardware, für die freie Treiber zur Verfügung stehen.

Das PinePhone in der postmarketOS-Edition kommt ab Werk mit Phosh, einer Variante der GNOME-Shell für mobile Geräte. Die Entwickler weisen ausdrücklich darauf hin, dass sich auch Plasma Mobile installieren lässt, also die mobile Version von KDE Plasma. Gleichzeitig warnen sie aber auch vor zu hohen Erwartungen: Noch sei das PinePhone für den Einsatz als "Daily Driver" nicht bereit. Die in Gitlab gesammelten Fehler will man in den kommenden Wochen jedoch weitgehend beseitigen.

Die Hardware des PinePhone im postmarketOS-Bundle entspricht jener mageren Ausstattung des normalen PinePhone: zwei Gigabyte Arbeitsspeicher, 16 Gigabyte eMMC-Speicher und eine ARM Cortex A-53 CPU. Das Display hat eine Auflösung von 1440×720 Pixeln. Zusammen bieten die Hersteller jedoch ein "Convergence-Paket" an, das den Arbeitsspeicher auf drei Gigabyte und den eMMC-Speicher auf 32 Gigabyte erhöht. Als Dreingabe erhalten Käufer bei der Convergence-Variante ein USB-C-Dock mit HDMI-Ausgang, zwei USB-A-Ports sowie einem RJ45-Netzwerkanschluss. Beide Modelle enthalten das Mainboard der Revision 1.2a, das einen Fehler beseitigt, der schnelles Laden per USB-C verhinderte.

Im Shop von Pine64 lassen sich beide Varianten bereits vorbestellen. Die Standard-Edition kostet 149,99 US-Dollar, die Convergence-Variante schlägt mit 199,99 US-Dollar zu Buche. Hinzu kommen Versand und Steuern, sowie der hiesige Einfuhrumsatzsteuer beim Zoll. Für Besteller aus Deutschland kommen in der Summe bis zu 290 Euro zusammen.

(tiw)