Pitch: Berliner Startup konkurriert mit PowerPoint

Pitch kombiniert eine Online-Präsentationssoftware mit Videochat-Möglichkeiten und tritt damit gegen Microsofts PowerPoint an.

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Von
  • Kim Sartorius

Das Berliner Startup Pitch bringt mit seiner neuartigen Präsentationssoftware einen PowerPoint-Konkurrenten. Das innovativste Feature von Pitch sei die Möglichkeit, mit mehreren Teammitgliedern in Echtzeit per Videokonferenz in der Software gemeinsam an Präsentationen zu arbeiten, erklärte das Unternehmen. "Pitch denkt eine Software-Kategorie neu, die sich seit den 1990ern nicht mehr verändert hat", sagte Firmengründer Christian Reber – er hatte im Jahr 2015 das von ihm mitbegründete Unternehmen 6Wunderkinder mit der App Wunderlist für einen dreistelligen Millionenbetrag an Microsoft verkaufen können.

Pitch wurde 2018 gegründet und ist seitdem von Investoren mit mehr als 50 Millionen Dollar finanziert worden. Zu den Geldgebern gehören die Instagram-Gründer Kevin Systrom und Mike Krieger, Zoom-Chef und -Gründer Eric Yuan sowie die Risikokapitalgeber Index Ventures, Blue Yard, Thrive Capital und der Slack Fund. Die Grundfunktionen stehen kostenlos zur Verfügung – für eine Pro-Version verlangt Pitch 8 Euro im Monat.

Die Software lässt sich online im Web-Browser nutzen oder als Desktop-App installieren. Um Zugriff zu bekommen, loggt man sich mit einer Google-Mail-Adresse ein oder registriert sich neu. Anschließend richtet man einen Workspace ein und kann Mitglieder hinzufügen. Um mit mehreren Leuten an den Folien zu arbeiten, muss man in der Präsentation live gehen und den Public access aktivieren. Das geht mit dem Live-Button und dem Schieberegler unter dem Menüpunkt "Share". Anschließend kann jeder, der über den Link zur Präsentation verfügt, diese sehen, bearbeiten und per Video teilnehmen. Die Videos der anderen Teilnehmer sind allerdings nur sichtbar solange man sich auf der selben Folie befindet. Ansonsten markiert ein farbiger Kreis in der Folienübersicht, wo sich die anderen Teilnehmer gerade aufhalten.

In die Präsentationen lassen sich Videos von YouTube, Vimeo und Loom einbinden – eigene Videos gehen nur in der Pro-Version. Diagramme kann man selber erstellen oder von Google Analytics oder Google Sheets importieren. Hintergrundbilder, Gifs und Icons bekommt man von Unsplash, Giphy und Icon8. Eigene Bilder sind bis 5MB erlaubt. Die Standardschrift lässt sich über "edit style" bearbeiten. Wie bei Photoshop lassen sich eigene Fonts hinzufügen und die Farbe, Größe und Schriftart ändern.

Die Datenschutzerklärung von Pitch macht deutlich, dass Daten an Service Provider außerhalb der EU weitergegeben werden. Hierzu zählt etwa Google Analytics, das Profiling-Methoden einsetzen kann, wenn man sich mit einer Google-Mail-Adresse anmeldet. Beim Profiling handelt es sich um eine automatische Verarbeitung von persönlichen Daten um Informationen über eine Person zu sammeln.

Positiv ist, dass man Pitch nicht installieren muss – das Programm lässt sich online im Browser betreiben. Durch die Interaktion in Echtzeit kann man von zu Hause aus im Team an Präsentationen arbeiten und sich eine schnelle Rückmeldung per Chat oder Video einholen. Die Nutzerverwaltung ist nicht völlig intuitiv, da Teammitglieder nicht automatisch die erstellten Präsentationen sehen. Dafür muss man erst den Public Access aktivieren und einen Link zu der zu bearbeitenden Präsentation verschicken. Zudem kann es einen irritieren, dass das eigene Bild beim Bearbeiten die ganze Zeit an der Maus klebt. Wer grundsätzlich gerne die Hoheit über seine Daten behält – etwa auf einem eigenen Server oder lokal gespeichert –, sollte von der Nutzung absehen. (kim)