Pixel 6 und 6 Pro: Googles Top-Smartphones ab 650 Euro erhältlich

Googles neue Spitzensmartphones Pixel 6 und Pixel 6 Pro kommen erstmals mit dem Tensor-Chip aus eigener Entwicklung. Auch äußerlich hat sich viel verändert.

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Das größere Pixel 6 Pro links, das Pixel 6 rechts

(Bild: Google)

Von
  • Daniel Herbig
  • Stefan Porteck

Google hat seine neuen Spitzensmartphones vorgestellt: Pixel 6 und Pixel 6 Pro kommen am 28. Oktober in Deutschland auf den Markt. Das kleinere Pixel 6 ist in der Variante mit 128 GByte ab 650 Euro erhältlich, fällt zur Markteinführung also minimal teurer aus als das Vorgängermodell Pixel 5. Die Preise für die größere und besser ausgestattete Pro-Ausführung des Pixel 6 beginnen bei 900 Euro für das Modell mit 128 GByte Massenspeicher. Wer 256 GByte an Speicherplatz möchte, zahlt 100 Euro obendrauf. Beiden Handys fehlt ein MicroSD-Slot.

Gemeinsam haben beide Modelle den neuen Tensor-Chip, der bereits im August vorgestellt wurde. Es ist der erste Prozessor, den Google selbst entwickelt hat. Produziert wird er Berichten zufolge in Zusammenarbeit mit Samsung, Google wollte das auf Nachfrage aber nicht kommentieren. Auch bei den technischen Details hielt sich Google zur Vorstellung der neuen Handys noch zurück. Der Tensor-SoC ist in den Google-Handys darauf ausgerichtet, die automatische Bearbeitung von Fotos und Videos zu verbessern und zu beschleunigen. Außerdem soll der Chip beim Stromsparen helfen.

Google legt beim Pixel 6 außerdem den Schwerpunkt auf die Sicherheit: Dafür soll neben dem neuen Sicherheitschip Titan M2 auch eine Reihe von Software-Verbesserungen sorgen, die Google mit dem vorinstallierten Android 12 einführt. Dazu gehört ein Dashboard, das Privatsphäre-Einstellungen erleichtert und das sogenannte Call-Screening, das nun auch hierzulande ungewollte Spam-Anrufe blockiert, ohne dass das Telefon überhaupt klingelt. Daneben verspricht Google, dass beide Modelle des Pixel 6 mindestens fünf Jahre lang mit Sicherheitsupdates versorgt werden sollen.

Darüber hinaus wartet Android 12 auf den neuen Pixel-Phones nun auch mit Funktionen auf, die bislang englischsprachigen Nutzerinnen und Nutzern vorbehalten waren. So versteht die Rekorder-App nun auch Deutsch. Sie transkribiert Aufnahmen automatisch und erlaubt es, die Sprachaufzeichnungen als Textdatei zu speichern. Auch lassen sich Audioaufnahmen im Volltext durchsuchen. Die Live-Übersetzung beliebiger Audioausgaben funktioniert nun ebenfalls auf Deutsch.

Entsperren lassen sich die neuen Google-Handys über den Fingerabdrucksensor, der unter dem Display untergebracht wurde. Beim ersten Hands-On funktionierte der Sensor im Display zuverlässig, wenn auch minimal langsamer als herkömmliche Sensoren auf der Rückseite eines Smartphones. Eine Möglichkeit, das Smartphone per Gesichtserkennung zu entsperren, gibt es weiterhin nicht.

Android 12 kommt unter anderem mit einer flexiblen Oberfläche, deren Farbgestaltung sich an das gewählte Wallpaper anpasst. Auch das Aussehen der Pixel-Smartphones selbst ändert sich: Die Rückseite ist zweifarbig. Getrennt werden beide Farbtöne von einer recht prominent platzierten, horizontal angeordneten Kameraleiste.

Sie beherbergt bei beiden Modellen ein Weitwinkelobjektiv mit 50 Megapixeln, einer Pixelgröße von 1,2 μm und einer Blendenöffnung von f/1,8. Auch ein Ultraweitwinkelobjektiv ist sowohl beim Pixel 6 als auch beim Pixel 6 Pro vorhanden. Dazu kommt beim Pro-Modell noch ein 48-MP-Teleobjektiv, das der günstigeren Ausführung fehlt. Kleinere Unterschiede gibt es auch bei der Selfie-Kamera an der Vorderseite: Das Pixel 6 hat einen 8-Megapixel-Knipser, die Kamera des Pixel 6 Pro hat 11 Megapixel und einen etwas weiteren Erfassungswinkel.

Bei ersten Schnappschüssen lieferten die Kameras beider Pixel-Modelle sehr ansehnliche und lebhafte Fotos. Wie oft bei Google stecken die Details aber in der Software. So hat die Google-Foto-App auf den neuen Pixel-Telefonen eine Funktion, die störende Elemente aus den Fotos retuschiert. Öffnet man ein Foto in der App und wählt den sogenannten Magic Eraser aus, schlägt dieser automatisch vor, beispielsweise Stromleitungen oder unbeteiligte Personen im Hintergrund zu vertuschen. Mit einem Fingertipp lassen diese Elemente entfernen, indem die Bereiche mittels KI überpinselt werden. Darüber hinaus lassen sich unerwünschte Objekte auch durch Umkringeln zum Entfernen markieren. Der Magic Eraser soll laut Google ein Pixel-exklusives Feature bleiben – bislang gebe es keine Pläne, die Funktion in die freie Version von Google Photos zu implementieren.

Der Preisunterschied zwischen den beiden Modellen macht sich unter anderem beim Display bemerkbar. Zwar hat auch die Standard-Ausführung des Pixel 6 ein OLED-Panel, seine Auflösung ist mit 1080×2400 Pixeln aber niedriger als die 1440×3120 Pixel des Pixel 6 Pro. Auch die Bildwiederholfrequenz reicht mit 90 Hertz nicht an die etwas flüssigeren 120 Hertz der Pro-Variante heran. Die Diagonale des Pixel-6-Panels misst 6,4 Zoll, der Bildschirm des Pixel 6 Pro ist mit 6,7 Zoll etwas größer.

Das Pixel 6 startet mit Android 12 und bekommt mindestens drei große Updates. Sicherheitspatches werden für mindestens fünf Jahre versprochen.

(Bild: Google)

Trotz der schmalen Display-Rahmen wirken beide 6er Pixel wuchtiger als ihre Vorgänger. Die beherrschenden Materialien sind Gorilla Glass und Aluminium. Sie sorgen dafür, dass die neuen Pixel sich schwerer, aber auch hochwertiger anfühlen als die anderen Pixel-Modelle der vergangenen Jahre.

Der Akku des Pixel 6 Pro ist ein wenig größer als beim günstigeren Pixel 6: Google gibt standardmäßige 5000 mAh an, während beim Standard-Modell 4600 mAh typisch sein sollen. Beim Pixel 6 baut Google 8 GByte Arbeitsspeicher an, beim Pixel 6 Pro sind es 12 GByte. Gegen Staub und Untertauchen sind beide Modell nach IP68-Zertifizierung geschützt.

(dahe)