Planetare Verteidigung: Übung für bevorstehenden Asteroideneinschlag

Im Rahmen der Planetary Defense Conference findet in dieser Woche wieder eine Übung statt, in der ein hypothetischer Asteroiden-Einschlag droht.

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Noch liegt nicht nur Europa mitten in der potenziellen Einschlagszone.

(Bild: Planetary Defense Conference Exercise - 2021)

Von
  • Martin Holland

Zum zweiten Mal berichtet die Europäische Weltraumagentur ESA in dieser Woche live von einem Planspiel, in dem Weltraumagenturen und Katastrophenhelfer das hypothetische Szenario eines drohenden Asteroiden-Einschlags durchspielen. Die Übung findet wieder im Rahmen der Planetary Defense Conference statt, die alle zwei Jahre ausgerichtet wird und seit 2013 solche Planspiele durchführt. Organisiert wird die siebte Auflage der Konferenz vom Büro der Vereinten Nationen für Weltraumfragen (UNOOSA) in Wien, aufgrund der Corona-Pandemie wird die "Planetary Defense Conference Exercise" aber virtuell ausgerichtet.

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Wie bei vorherigen Übungen hat das Planspiel auch in diesem Jahr zeitgleich zur Konferenz begonnen und es gab anfangs nur grobe Details. Mit jedem Tag werden weitere Informationen hinzukommen, auf die die Beteiligten reagieren müssen. Der diesjährige Asteroid wurde demnach am 19. April entdeckt, die Einschlagwahrscheinlichkeit lag am Anfang bei 1 zu 2500 und das wahrscheinlichste Datum bereits am 20. Oktober. Über die Größe ist zu Anfang sehr wenig bekannt, Schätzungen kommen auf 35 bis 700 Meter Durchmesser. Bis zum 26. April ist die Einschlagwahrscheinlichkeit auf 5 Prozent gestiegen. Getroffen werden könnte noch fast die gesamte Erde, lediglich Australien und Südostasien fallen aus der aktuellen Einschlagzone.

Von dem Einschlag könnten bis zu 86 Millionen Menschen betroffen sein.

(Bild: ESA)

Über den Fortschritt der Übung berichtet das beteiligte Center for Near Earth Object Studies (CNEOS) des Jet Propulsion Laboratory der NASA auf einer eigenen Website. Die ESA twittert unter @esaoperations live über die Übung und verwendet dabei den Hashtag #FictionalImpact, um mögliche Irritationen zu vermeiden.

Mit solchen Übungen spiele man durch, wie man Regierungen im Fall der Fälle warnen könnte, erklärt Detlef Koschny, der bei der ESA das Planetary Defence Office leitet. Und auch wenn es nach Hollywood klinge, entwickle man doch Missionskonzepte und Technologien, um einen Asteroiden notfalls ablenken zu können. "Solche Übungen zu einem hypothetischen Asteroiden-Einschlag geben uns die Möglichkeit, darüber nachzudenken, wie wir in einem Fall reagieren würden, sollte ein großer Asteroid gefunden werden, der auf der Erde einschlagen könnte", erklärt Paul Chodas, der Chef des CNEOS. Jedes Mal, wenn wir teilnehmen, lernen wir etwas Neues darüber, wie wichtige Personen im Falle einer Katastrophe reagieren und wer welche Informationen braucht, ergänzt Lindley Johnson von der NASA.

(mho)