Platz für sicheres Fahrradnetz in 30 Städten laut Greenpeace-Studie

Eine Umverteilung des Platzes auf Kosten des Autos für sicheren Radverkehr schlägt Greenpeace vor. Möglich sei das laut eigener Studie in 30 deutschen Städten.

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(Bild: London Travel Demand Survey)

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  • dpa

In 30 deutschen Städten gibt es einer Greenpeace-Studie zufolge ausreichend Platz für sichere Fahrradnetze. Auf mehrspurigen Autostraßen könnten künftig insgesamt 2747 Kilometer geschützte Radwege entstehen, heißt es in der Studie, die die Umweltschutzorganisation am heutigen Mittwoch veröffentlichte.

Bei einer Breite von 2,5 Metern pro Radweg in beiden Richtungen ergebe sich ein Flächenbedarf von insgesamt knapp 14 Millionen Quadratmetern. Im Vergleich dazu liege der benötigte Parkraum für alle in den untersuchten Städten zugelassenen Autos laut Studie rund sechs Mal so hoch – nämlich bei rund 85 Millionen Quadratmetern.

"Für einen sicheren Radverkehr muss der Platz in Städten auf Kosten des Autos neu verteilt werden", sagt Greenpeace-Verkehrsexpertin Marion Tiemann. "Es braucht mehr Mut und Tempo bei der Verkehrswende in Städten, klimafreundliche Verkehrsmittel müssen klar bevorzugt werden. Die Bundesregierung muss den Städten dabei rechtlich und finanziell einen größeren Spielraum verschaffen."

Der Analyse für die 30 Städte liegen Angaben des Berliner Mobilitätsgesetzes zugrunde, das seit zwei Jahren einen Ausbau von Radverkehr und ÖPNV sowie eine Umverteilung des öffentlichen Raums zugunsten von Fahrradfahrern, Fußgängern, Bus und Bahn vorsieht. Die geschützten Fahrradstreifen, die im Englischen "Protected Bike Lanes" heißen, sind etwa mit grüner Farbe auf die Fahrbahn aufgemalt, zwei bis drei Meter breit und durch Poller baulich von Autospuren abgegrenzt.

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Ein Kilometer geschützter Radweg kostet nach Greenpeace-Angaben rund eine Million Euro. Für den Gesamtumbau der Autofahrstreifen in Radfahrwege geht die Organisation daher von Kosten in Höhe von 2,75 Milliarden Euro bis 2024 aus.

(fpi)