Playstation 5 im Teardown: Großer Kühler, monolithischer Chip und Flüssigmetall

Ein Blick in Sonys Next-Gen-Spielekonsole Playstation 5 zeigt ein deutlich besseres und damit potenziell leiseres Kühlsystem als bei der PS4 (Pro).

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 208 Beiträge

(Bild: Sony)

Von
  • Mark Mantel

Sony zerlegt im Video die Spielekonsole Playstation 5 und offenbart damit erstmals den inneren Aufbau. Mit Maßen von 104 mm × 390 mm × 260 mm fällt die PS5 verglichen mit der PS4 Pro und PS4 sehr groß aus, dafür bietet sie mehr Platz für die Kühlung.

Deren Basis bildet eine große Kupferplatte samt Heatpipes und – für Sony-Verhältnisse – ausladendem Kühlkörper aus Aluminiumlamellen. Oben sitzt senkrecht ein 120 mm × 45 mm großer Radiallüfter, der an beiden Seiten Frischluft ansaugt und diese durch den Kühler drückt. Staub soll an mehreren Stellen aufgefangen werden, die sich mit einem Staubsauger reinigen lassen.

Playstation 5 im Teardown.
(Quelle: Sony)

Genauso wie die Kombiprozessoren in Microsofts Xbox Series X und Xbox Series S baut Partnerhersteller AMD das System-on-Chip (SoC) der Playstation 5 monolithisch als einzelnen Siliziumchip. Da die Grafikeinheit der PS5 mit 2304 Shader-Kernen vergleichsweise schmal aufgebaut ist, mit bis zu 2230 MHz aber sehr hohe Taktfrequenzen erreicht, fällt auch die Energiedichte in Form der abzuführendem Abwärme pro mm² hoch aus. Flüssigmetall anstelle silikonbasierter Wärmeleitpaste verbessert den Übergang zwischen Siliziumchip und Kühlkörper, was der Kühlleistung zugutekommt.

Der Kombiprozessor der Playstation 5 vereint acht Zen-2-Rechenkerne mit 2304 Shader-Einheiten. SSD-Controller und Flash-Speicher sitzen oben rechts.

(Bild: Sony)

Das UHD-Blu-ray-Laufwerk ist entkoppelt, was Vibrationen und somit Störgeräusche bei eingelegter Disc reduziert.

Einzig der selbstentworfene SSD-Controller sitzt vom SoC getrennt neben drei Flash-Bausteinen (insgesamt 825 GByte), stammt also nicht von AMD. Acht GDDR6-Chips (insgesamt 16 GByte) befinden sich auf der Rückseite des Mainboards. Der Interne Flash-Speicher lässt sich mit einer PCI-Express-4.0-SSD erweitern. Sony setzt dazu auf einen gewöhnlichen M.2-Steckplatz für bis zu 110 mm lange SSD-Kärtchen, der sich unter einer der weißen Gehäuseabdeckungen befindet. Nutzer sind bei der SSD-Auswahl somit nicht an einen Hersteller gebunden – anders als bei Microsofts neuen Xbox-Konsolen mit proprietärem Anschluss.

Zumindest im Teardown wurden keine verklebten Teile bei der Playstation 5 gezeigt, die einen Auseinanderbau erschweren würden. Allerdings befanden sich an mehreren Stellen Garantiesiegel, die beim Auseinanderschrauben entfernt werden müssten.

[Update, 8.10.20, 13:15 Uhr:] Korrektur: In die PS5 passen offenbar auch 110 mm lange Nachrüst-SSDs. (mma)