Playstation: Sprach-Chats können für Beschwerden aufgezeichnet werden

Chatten Playstation-Nutzer miteinander, können Clips daraus künftig auf der PS5 aufgezeichnet und gemeldet werden – etwa wenn sich jemand belästigt fühlt.

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(Bild: Sony)

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  • Tilman Wittenhorst

Sony möchte den Nutzern seines Playstation Networks eine Möglichkeit geben, sich auch gegen verbale Belästigung im Sprach-Chat wehren zu können. Dazu führt das Unternehmen eine Berichtsfunktion für die "Party Chat" genannten Unterhaltungen während einer gemeinsamen Online-Spielesitzung ein, mit der auf Nutzeranforderung hin bis zu 40 Sekunden eines Sprach-Chats gespeichert und zur Überprüfung an Sony weitergeleitet werden.

Diese neue Funktion für die kommende Konsole Playstation 5 ist allerdings zuerst mit einem Firmware-Update für die Playstation 4 eingeführt worden – und hat dabei einige Verwirrung und Verärgerung unter den Spielern hervorgerufen.

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Weil mit dem Verkaufsstart der neuen Konsole (am 19. November in Deutschland) auch gemeinsame Spielesitzungen mit Nutzern möglich sind, die noch eine Playstation 4 benutzen (die meisten PS4-Spiele sind auf der PS5 nutzbar), hat Sony einen Hinweis auf diese Berichtsfunktion in die PS4-Firmware 8.00 eingebaut, jedoch nicht explizit erwähnt, worum es dabei genau geht. Mit dem Erscheinen der neuen PS4-Firmware vergangenen Mittwoch erhielten Nutzer überraschend einen Hinweis, dass aus Sicherheitsgründen die Gespräche in der "Party"-Funktion ab sofort aufgezeichnet werden können. Das hatte viele Nutzer irritiert und verärgert und zu etlichen Nachfragen geführt.

In einem Update zu den Release Notes der Firmware 8.00 stellte Sony zunächst die Bedeutung dieser Neuerung klar. Die Funktion gebe es nur für PS5-Nutzer und betreffe PS4-Spieler nur in dem Fall, wenn sie gemeinsam mit PS5-Nutzern online zusammengeschlossen sind und ein Chat aktiv ist.

Zusätzlich veröffentlichte Sony noch einen Blogbeitrag, in dem der Hintergrund genauer erklärt wird. Die neue Funktion führe in keinem Fall dazu, dass ein Sprach-Chat überwacht oder belauscht wird, heißt es dort. Sony erhalte einen Ausschnitt des Chats nur auf Anforderung, wenn ein Benutzer etwa Belästigung melden will und einen Bericht abschickt. Sony verweist darauf, dass "positive" Spielerlebnisse und das strikte Einhalten von Verhaltensrichtlinien sehr wichtig seien und die neue Funktion dazu beitragen solle, dass alle Beteiligten sich gegen unangemessenes Verhalten anderer zur Wehr setzen könnten. Das Unternehmen habe dieses Anliegen aber mit dem kurzen Hinweis auf die neue Berichtsfunktion im Firmware-Update der PS4 leider unzureichend erklärt.

Möchte ein Spieler mit einer Playstation 5 das unangemessene Verhalten eines Mitspielers in einem Sprach-Chat melden, kann er seiner Meldung eine Aufzeichnung anfügen, die maximal 40 Sekunden lang sein kann: 20 Sekunden mit der fraglichen Äußerung und dazu jeweils 10 Sekunden vor und nach diesem Ausschnitt. Damit das technisch möglich ist, hält die Playstation 5 immer die vergangenen fünf Minuten des Chats vor (darin ähnelt diese Funktion einer Dashcam im Auto).

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Erst nach dem Versenden des Berichts würden Mitarbeiter von Sony die Aufzeichnung anhören können und dann entscheiden, ob sie eingreifen müssen. Es gebe keine Möglichkeit, diese Funktion abzustellen oder das Aufzeichnen der eigenen Äußerungen im Chat auf einer anderen Konsole auszuschließen (kein Opt-out).

Sony hatte die neue Bedienoberfläche der Playstation 5 kürzlich vorgestellt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf (Voice-)Chats mit Mitgliedern einer Party. Außerdem soll es die Möglichkeit geben, laufenden Multiplayer-Partien dieser Mitglieder per Verknüpfung schnell beitreten zu können.

(tiw)