Pluto-Sonde New Horizons: 50 Mal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde

Bislang haben sich nur vier Sonden mehr als 50 AE von der Sonne entfernt, mit New Horizons kommt nun eine fünfte dazu. Ihre Mission ist noch nicht zuende.

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New Horizons und ihre Vorgänger

(Bild: NASA/Johns Hopkins APL/Southwest Research Institute)

Von
  • Martin Holland

Die NASA-Sonde New Horizons ist inzwischen mehr als 50 Mal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde. Die zur Erforschung des Zwergplaneten Pluto ausgesandte Sonde ist damit erst die fünfte überhaupt, die sich mehr als 50 Astronomische Einheiten (AE) von der Sonne entfernt hat. Den Meilenstein erreichte sie am vergangenen Wochenende, teilte die US-Weltraumagentur mit.

Erst vor wenigen Monaten hatte New Horizons ein Foto in die Richtung des Rekordhalters Voyager 1 gemacht, auch wenn die fast 23 Milliarden Kilometer entfernte Sonde für New Horizons natürlich nicht auszumachen ist. Für Projektleiter Alan Stern ist es trotzdem ein "ergreifend schönes Foto".

New Horizons "fotografiert" Voyager 1, die exakte Position der Sonde ist zwar bekannt, aber die Distanz viel zu groß.

(Bild: NASA/Johns Hopkins APL/Southwest Research Institute)

New Horizons war vor 15 Jahren gestartet und hatte am 14. Juli 2015 als erste Sonde überhaupt den in der Zwischenzeit zum Zwergplaneten degradierten Pluto passiert. Enthüllt hatte sie dort eine überraschend komplexe Welt. Vor zwei Jahren erreichte sie dann wieder als erstes Objekt von Menschenhand einen Himmelskörper im noch weiter entfernten Kuipergürtel – den zweigeteilten Arrokoth. Seitdem hat sie kein neues Ziel, befindet sich aber weiter auf dem Weg aus dem Sonnensystem. Zuletzt hatte New Horizons unter anderem dabei geholfen, die größte Parallaxmessung der Geschichte vorzunehmen und die Hintergrundhelligkeit des Universums zu analysieren.

Vor New Horizons haben sich lediglich Voyager 1 und 2 sowie Pioneer 10 und 11 mehr als 50 AE von der Sonne entfernt. Voyager 1 ist dabei das am weitesten von uns entfernte menschengemachte Objekt überhaupt. Für die weiterhin aktive Sonde New Horizons bedeutet die immense Distanz, dass ein Signal zur Erde sieben Stunden unterwegs ist, auf die Bestätigung, dass ein Befehl angekommen ist, müssen die Forschenden also 14 Stunden warten. Die meisten im Team seien schon dabei gewesen, als New Horizons nicht mehr als eine Idee gewesen sei, erklärt Alan Stern. Im Verlauf der Mission hätten sie ihre Kinder aufwachsen sehen und seien älter geworden, vor allem hätten sie aber viele Entdeckungen gemacht und "ein kleines bisschen Geschichte geschrieben".

Wie die NASA noch erläutert, würden mit dem Subaru-Teleskop in Japan weiterhin Objekte gesucht, die New Horzons auf seinem Weg erreichen und passieren könnte. Die Sonde sammle aktuell Daten zu ihrer Umgebung im Kuipergürtel. Im Sommer solle ein Softwareupdate ihre Leistungsfähigkeit verbessern. Die Radionuklidbatterie werde noch genug Strom liefern, um New Horizons bis zum Ende der 2030-Jahre anzutreiben, versichert die US-Weltraumagentur; in den 2040er-Jahren sollte sie wie die beiden Voyager-Sonden den interstellaren Raum erreichen. New Horizons Route kommt der von Voyager 2 dabei noch am nächsten, aber weil die Voyager-Sonden deutlich schneller fliegen, würde sie diese nicht einholen – auch wenn sie auf rund 53.000 Kilometer pro Stunde kommt.

Pluto-Sonde New Horizons (67 Bilder)

Plutos Oberfläche
(Bild: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute)

(mho)