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Polarlichtfotografie: Jetzt wird es Zeit!

Polarlicht, im Norden auch Nordlicht genannt, gehört zu den eindrucksvollsten und größten Naturschauspielen, die man sehen und insbesondere fotografieren kann.

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Das Polarlicht sieht man nicht an den Polen am besten, sondern auf dem sich dauernd verändernden Polarlichtoval, das Europa an aktiven Tagen besonders oft in Skandinavien nördlich des Polarkreises erreicht.

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Das Auftreten des Polarlichts folgt weitgehend dem elfjährigen Sonnenfleckenzyklus, dessen Maximum gerade hinter uns liegt und nach dem in der Regel ein relativ steiler Abstieg erfolgt. Auch im Sonnenfleckenminimum gibt es Polarlicht, aber wesentlich seltener. Wer Polarlicht sehen und fotografieren möchte, sollte sich daher sehr bald auf den Weg machen.

Planen Sie für Ihre Reise möglichst mehr als eine Woche ein, denn gutes Wetter und Polarlicht treten nicht so oft gemeinsam auf. Es ist durchaus auch lohnenswert, eine Polarlichtfotoreise zu buchen. Die Veranstalter kennen die besten Aufnahmeplätze und verpassen auch das Polarlicht selten.

Um auch leuchtschwächere Polarlichter gut sehen und fotografieren zu können, sollten Sie größere Städte und deren Umgebung meiden. Generell sollten möglichst wenige künstliche Lichtquellen im Bild sein, da sie oft zu hell sind, sodass die Lichter ausbrennen, und auch vom Hauptmotiv ablenken.

Mondlicht hat Vor- und Nachteile. Der Mond erleuchtet die nächtliche Landschaft und so lässt sich die Umgebung besonders gut in das Bild einbeziehen. Andererseits hat es die Aurora mitunter schwer, gegen das helle Mondlicht anzukommen.

Polarlicht fotografieren (9 Bilder)

Polarlichtfotos gestalten

Seien sie kreativ und nehmen sie interessante Elemente (nicht zu nah) im Vordergrund ins Bild. Leute mit Stirnlampen haben mir schon so manches Bild ruiniert, aber ohne die beiden Fotografen im Vordergrund würde diesem Bild etwas fehlen (Sony A580, 16 mm, f/3.2, ISO 800, 15 s). (Bild: www.reiseundbild.de )

Für Polarlichtfotografie brauchen Sie lichtstarke Weitwinkelobjektive. Davon sollten Sie möglichst zwei dabei haben: Ein Superweitwinkel mit einer Brennweite von etwa 14 Millimetern am Kleinbildformat oder 10 Millimeter an einer APS-C-Kamera und ein Weitwinkel von etwa 24 Millimeter am Vollformat (bzw. 16 mm bei APS-C). Seitdem enorm lichtempfindliche Kameras wie die Sony Alpha 7s auf dem Markt sind, können in Kombination mit einem lichtstarken Objektiv sogar Echtzeitvideos vom nächtlichen Polarlicht aufgenommen werden.

Sowohl die Polarlichter als auch die Sterne bewegen sich. Die Verschlusszeiten dürfen also nicht zu lang sein. Damit die Sterne auf Ihren Fotos nicht zu sehr zu Strichen werden, sollten die Belichtungszeiten am Superweitwinkel 20 Sekunden und am Weitwinkel 13 Sekunden möglichst nicht überschreiten. Autofokus können Sie bei Nachtaufnahmen meist vergessen; Sie müssen also manuell scharfstellen.

Die Beschreibung der Objektive macht bereits deutlich, dass für die Polarlichtfotografie Kameras mit großen, rauscharmen Sensoren gefragt sind. Vorzugsweise Vollformat, aber auch mit APS-C lassen sich schöne Aufnahmen machen, je nach Kamera auch im 4:3-Format.

Eine Bemerkung zum Abschluss: Kameras sehen die Farben in der Nacht wesentlich besser als unsere Augen. So bunt wie auf den Fotos werden Sie das Polarlicht selten zu sehen bekommen. Schwaches Polarlicht sehen Sie sogar nur in Schwarzweiß. Jüngere Menschen sehen die Farben nachts besser als ältere und Frauen besser als Männer. (anm)