Politiker und Ex-Raumfahrer: Bill Nelson neuer NASA-Chef

Mit Bill Nelson ist ein Politiker aus Florida neuer NASA-Administrator, der schon selbst im All war – auf dem letzten Shuttle-Flug vor dem Challenger-Unglück.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 2 Beiträge

Bill Nelson bei einer Anhörung im US-Senat

(Bild: NASA/Bill Ingalls)

Von
  • Martin Holland

Der ehemalige Astronaut und langjährige US-Senator Bill Nelson ist neuer Chef der NASA. Der US-Senat bestätigte den 79-Jährigen am Donnerstag, nachdem es vom Vorschlag des US-Präsidenten bis zur Bestätigung ungewöhnlich schnell gegangen war. Am Donnerstag gab es auch keine formelle Abstimmung, stattdessen wurde nur festgestellt, dass es keine Gegenstimmen gab und die Wahl damit bestätigt, berichtet das US-Magazin The Hill.

US-Präsident Biden hatte Nelson am 19. März für den Posten vorgeschlagen, die Zustimmung erfolgte nun nur anderthalb Monate später. Bei seinem Vorgänger Jim Bridenstine waren zwischen Vorschlag im Herbst 2017 und Bestätigung im April 2018 über sechs Monate vergangen.

Nelson (3 v.l.) als Teil der Mission STS-61C

(Bild: NASA)

Nelson wurde 1942 in Florida geboren, diente in der US-Armee und wurde 1972 für die Demokraten ins Parlament seines Heimatstaates gewählt. Von 1979 bis 1991 war er Mitglied des US-Repräsentantenhauses und flog 1986 als zweiter amtierender US-Abgeordneter in den Weltraum. Als Nutzlastspezialist war er Teil der Mission STS-61C, dem 24. Flug eines Space Shuttle. Der Pilot dieses letzten Shuttle-Flugs vor der Challenger-Katastrophe sollte später ebenfalls NASA-Chef werden – Bridenstines Vorgänger Charles Bolden. Nelson war in den 1990er-Jahren Teil der Regierung Floridas und wurde für den Staat 2000 in den US-Senat gewählt, aus dem er erst 2019 ausschied.

Nach seiner Bestätigung als NASA-Chef erklärte Nelson nun, dass er sich geehrt fühle: "Ich werde versuchen, das Vertrauen zu rechtfertigen. Sein nur kommissarischer Vorgänger Steve Jurczyk hieß ihn demnach nun willkommen und erinnerte an das "wahnsinnige Jahr", das hinter der weltgrößten Raumfahrtagentur liege: Seit vergangenem Jahr können dank SpaceX wieder Astronauten und Astronautinnen von den Vereinigten Staaten aus ins All geschickt werden. Der jüngste Start erfolgte erst vor wenigen Tagen. Außerdem hatte die NASA erst jüngst den Entwicklungsauftrag für eine Mondlandefähre an SpaceX vergeben. Gleichzeitig laufen die Kosten für das ambitionierte Mondlandeprogramm Artemis aber auch immer mehr aus dem Ruder.

(mho)