Polizei Niedersachsen bekommt weitere Elektroautos

Seit 2014 setzt die Polizei in Niedersachsen auf Elektroautos. Zu den inzwischen rund 100 Elektroautos sollen nun 200 hinzukommen.

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Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius in einem VW ID.3 seiner Polizei.

(Bild: Polizei Niedersachsen)

Die niedersächsische Polizei bekommt für gut 40 Millionen Euro neue Einsatzmittel. Dazu gehören auch 200 neue Elektroautos, mit denen der bisher bestehende Fuhrpark an rein elektrisch betriebenen Einsatzfahrzeugen verdreifacht wird. Die Zahl der teilelektrisch betriebenen Fahrzeuge wird von 165 auf 340 gesteigert.

Niedersachsens Innenminister Pistorius erläuterte zur Vorstellung der Pläne am Montag, ein Streifenwagen müsse unter Höchstbelastung funktionieren, er müsse schnell und zuverlässig sein, egal ob bei Hitze oder Kälte. "Die bisherigen E-Autos haben in dieser Hinsicht nicht enttäuscht, und ich bin sehr froh, dass es uns gelungen ist, für dieses Projekt im Nachtragshaushalt Mittel zu gewinnen."

In Niedersachsen wurden in einem Nachtragshaushalt für das Jahr 2020 rund 8,4 Milliarden Euro unter anderem zur ökologischen Erneuerung des Landes bestimmt. Der Polizei Niedersachsen stehen dabei 37,5 Millionen Euro zu, erste Fahrzeuge des Typs VW ID.3 seien bereits an die Behörden übergeben worden, heißt es aus Hannover. Aus dem polizeilichen Fuhrpark seien zumeist dieselangetriebene ältere Fahrzeuge der Emissionsklassen 1 bis 4 durch moderne elektrisch betriebene, Plug-in-Hybrid- und Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren der Emissionsklasse Euro 6 ersetzt worden.

Die niedersächsische Polizei setzt – auch angesichts der jüngsten Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz – weiterhin auf Satellitenkommunikationstechnik für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Die Polizei habe im August 2019 mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Partnern aus der Industrie im Pilotprojekt "BOS@Satcom" die Möglichkeit einer zusätzlichen satellitengestützten Infrastruktur aus technischer und fachlicher Sicht geprüft. Zusätzlich zu den bisherigen Kommunikationsmitteln lasse sich hierdurch ein weiterer Kanal für die BOS nutzen, mit dem Abhängigkeiten von kommerziellen Mobilfunknetzen auch im Katastrophenfall reduziert werden sollen.

Durch die Ausstattung von "Mobilen Wachen" und Einsatzcontainern sowie von ausgewählten Kraftfahrzeugen wie mobile Einsatzleitstellen-Kfz mit Satellitentechnik lasse sich innerhalb kurzer Zeit ein voll funktionsfähiges breitbandiges Kommunikationsnetz errichten, erläutert die niedersächsische Polizei. Daher werde ein auf Satellitentechnik basierendes Netz aufgebaut, das die Kommunikation zwischen den Katastrophenschutzstäben des Landes und den Kommunen sicherstellen soll.

Elektroautos wurden in Niedersachsen 2014 erstmals in den Polizeidienst gestellt. Sechs VW E-up wurden in Braunschweig, Göttingen, Hannover und vom LKA Niedersachsen überwiegend für Ermittlungs- und Fiskalfahrten eingesetzt, nicht für Streifenfahrten. Die bayerische Polizei hatte sich im Herbst 2015 zehn BMW i3 zugelegt. Im Januar 2020 hieß es aus München, die Autos hätten sich nicht als Streifenwagen bewährt, unter anderem wegen einer zu geringen Reichweite und Nutzlast.

(anw)