Pro Display XDR: Apple muss Werbeversprechen in Großbritannien zurückschrauben

Die XDR-Technik des 6K-Monitors geht laut Hersteller "deutlich über HDR hinaus". Bei der britischen Werbeaufsicht ging deshalb eine Beschwerde ein.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 17 Beiträge
Apple Pro Display XDR
Von
  • Leo Becker

Apple darf die Display-Technik seines 6K-Monitors Pro Display XDR in Großbritannien offenbar nicht mehr als etwas vermarkten, das HDR weit übertrifft. Das Unternehmen hat deshalb auf Anweisung der britischen Werbeaufsicht Advertising Standards Authority (ASA) den Nebensatz "far beyond HDR" aus der Produktbeschreibung auf seiner UK-Seite entfernt sowie eine weitere Änderung vorgenommen.

Der Hersteller nutzt für den über 5000 Euro teuren Bildschirm 576 gleichmäßig verteilte, ab Werk kalibrierte LEDs, die das Panel von hinten erleuchten und die sich individuell ansteuern und gezielt dimmen lassen. Die "Extreme Dynamic Range" (XDR) genannte Technik bringe "Helligkeit, Kontrast und Farben auf ein neues Level", heißt es bei Apple – das gehe "deutlich über HDR hinaus".

Auf der deutschen Produktseite ist der alte Text weiter zu sehen, ebenso wie die in Großbritannien gestrichene englische Fassung, die in anderen Märkten wie den USA weiter angeführt wird.

Lesen Sie auch

Bei der britischen Werbeaufsicht ASA seien gleich mehrere Beschwerden zu der Beschreibung des Profi-Displays eingegangen: Neben dem dort inzwischen gestrichenen Vergleich zu HDR wurde offenbar auch bemängelt, der Text suggeriere, der Bildschirm decke 100 Prozent des Farbraums P3 ab, wie 9to5Mac berichtet. In einer Fußnote hat Apple nun einen Hinweis ergänzt, dass das Display nur "99 Prozent" des Farbraums P3 unterstützt.

Angeblich wurde auch die Angabe des angegebenen Kontrastverhältnisses von 1.000.000:1 in Zweifel gezogen, an dieser scheint Apple aber weiter festzuhalten. Der Konzern wolle die Behauptung derzeit durch unabhängige Überprüfungen belegen, heißt es in dem Bericht. Die Werbeaufsicht hat den Fall offenbar bereits abgehakt, sie verzeichnet ihn auf ihrer Webseite als "informell behoben".

Die von Apple versprochene flächendeckende HDR-Helligkeit von bis zu 1000 cd/m2 und in Spitze bis zu 1600 cd/m2 konnte Mac & i im Test des Pro Display XDR nachvollziehen: Ein HDR-Projekt in Final Cut Pro zeigte in der Fläche knapp 910 cd/m2, stellenweise etwas mehr als 1470 cd/m2.

(lbe)