ProSiebenSat.1: Nur Datingportale steigern ihren Gewinn

Im vergangenen Jahr konnte der Medienkonzern seinen Umsatz stabil halten, aber die Gewinne schrumpften.

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ProsiebenSat1s "Playout Center" in der Medienallee 7 in Unterföhring.

(Bild: prosiebensat1.com)

Von
  • Andreas Wilkens

ProSiebenSat.1 hat im vergangenen Jahr seinen Umsatz mit 4,05 Milliarden Euro fast stabil halten können, der Gewinn für die Aktionäre fiel aber um 35 Prozent auf 267 Millionen Euro. Nur die Datingportale der ParshipMeet Group konnten ihr Betriebsergebnis steigern. Die Gruppe soll nun fit für den Börsengang gemacht werden, sagte Vorstandssprecher Rainer Beaujean am Donnerstag in Unterföhring.

Für das laufende Jahr erwartet er eine schnelle Erholung des Werbemarkts ab April, einen Umsatzanstieg auf 4,15 Milliarden bis 4,35 Milliarden Euro und einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn über Vorjahr. Das bereinigte Betriebsergebnis (adjusted Ebitda), das im vergangenen Jahr von 872 Millionen auf 708 Millionen Euro einbrach, soll laut ProSiebenSat.1 im laufenden Jahr wieder auf 720 Millionen Euro bis 780 Millionen Euro ansteigen.

Das Schlussquartal lief 2020 besser als 2019. Aber das reichte nicht, die Delle der Corona-Krise aus dem ersten Halbjahr auszubügeln. Die Unterhaltungssparte mit den Fernsehsendern erwirtschaftet 80 Prozent des Betriebsgewinns – mit 571 Millionen Euro im vergangenen Jahr allerdings ein Viertel weniger als im Jahr davor. Der Jahresumsatz der Sparte sank nur um 9 Prozent. Auch die Studios und die Online-Shops machten weniger Gewinn.

Dagegen legte die Parship-Gruppe kräftig zu, beflügelt auch von der Übernahme der US-amerikanischen Meet-Gruppe. Sie steigerte im vierten Quartal 2020 ihren Umsatz von 53 Millionen Euro im Vorjahr auf 132 Millionen Euro, im gesamten Jahr 2020 stieg der Umsatz von 209 Millionen Euro auf 333 Millionen Euro. Das EBITDA wuchs 2020 um 81 Prozent auf 80 Millionen Euro.

ProSiebenSat.1 hält 53 Prozent an ParshipMeet, der Investor General Atlantic und das Management halten den Rest. Die Gruppe soll nächstes Jahr an die Börse gebracht werden. Auch über den Verkauf der Online-Drogerie Flaconi wird spekuliert.

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Der italienische Mediaset-Konzern hatte seine Anteile an ProSiebenSat.1 seit Jahresanfang aufgestockt, während der tschechische Großaktionär Daniel Kretinsky seine Anteile halbierte und der US-Investor KKR sein Paket fast komplett verkaufte. (mit Material der dpa) /

(anw)