Problem Abo-Abzocke: Apple greift offenbar in App-Preisgestaltung ein

Apple wies angeblich eine App mit dem Verweis zurück, sie würde "irrational hohe Preise" veranschlagen. Teure Abos sorgen im App Store weiter für Ärger.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 91 Beiträge

(Bild: PureSolution/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Apple scheint Abopreise in Apps genauer zu prüfen. Die App eines Entwicklers wurde unter Verweis auf den Abopreis zurückgewiesen, den Apple in einem von 9to5Mac veröffentlichten Ablehnungsschreiben als "irrational hoch" bezeichnete. Apps sollten niemals das Vertrauen ihrer Kunden durch "Abzocke oder Austricksen" missbrauchen, heißt es in dem Schreiben.

"Klare Abzocke" ist in den App-Store-Richtlinien untersagt, seit Einführung der Abos mit automatischer Verlängerung und kostenloser Testphase vor knapp drei Jahren häufen sich allerdings die Berichte über Missbrauch der Funktion.

Der veranschlagte Preis "reflektiert nicht den Wert der Funktionen und Inhalte", heißt es in dem Ablehnungsschreiben. Dem Entwickler wurde empfohlen, entweder mehr Gegenwert zu liefern oder einen Preis zu wählen, der dem Wert für den Nutzer entspricht. In diesem Fall habe es sich aber um einen Fehler gehandelt, erklärt 9to5Mac: Der Entwickler, der das Schreiben weitergeleitet hat, habe sich mit Apple einigen können – sein angesetzter Preis sei gerechtfertigt gewesen. Wie hoch der Preis war und um welche Funktionalität es geht, wurde nicht mitgeteilt.

Die Diskussion über Abzocke mit teuren Abonnements ist jüngst erneut entbrannt, nachdem ein frustrierter Entwickler mehrere Beispiele von Apps aufgelistet hatte, die mit zahlreichen ganz offensichtlich gefakten 5-Sterne-Bewertungen Nutzer in die Irre führten und direkt nach dem kostenlosen Download versuchen, den Abschluss teurer Abonnements zu erzielen. Manche der App wurden von Apple inzwischen rausgeworfen, die Entwickler-Accounts scheinen aber weiterzuexistieren.

Lesen Sie auch

Gewöhnlich setzen solche Apps auf eine kurze kostenlose Testphase, die sich im Anschluss automatisch in ein kostenpflichtiges Abo verwandelt, wenn der Nutzer nicht zeitig kündigt. Meist wird auf eine wöchentliche Abo-Abrechnung gesetzt und dafür klein wirkende Preise von einigen Euro veranschlagt, die aufs Jahr hochgerechnet allerdings schnell schwindelerregend werden – für oft banale Apps. Apple verdient an den so generierten Umsätzen bis zu 30 Prozent Provision mit.

Apple hat in den vergangenen Jahren immer wieder offensichtliche Scam-Apps rausgeworfen, mitunter erst nach öffentlicher Aufregung. Das iPhone-Betriebssystem umfasst verschiedene Schutzfunktionen, der Preis wird vor Kaufabschluss auch klar angezeigt und dennoch scheint die Masche zu funktionieren – und mancher Nutzer weiß wohl auch nicht, wie und wo er die Abos kündigen kann. Die Aboverwaltung hat Apple inzwischen ebenfalls prominenter platziert, sie ist direkt in den Einstellungen im Apple-ID-Account oder im App-Store-Account zu finden. Betroffene Nutzer können unter reportaproblem.apple.com eine Rückerstattung anfordern.

(lbe)