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Profi-Spiegelreflexkamera Nikon D5: Bildqualität im Labor

Die D5 ist das neue Spitzenmodell bei Nikon. Wir haben die Profi-Spiegelreflexkamera durch das Labor gejagt. Und dabei nicht nur Licht gesehen.

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c't Fotografie
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Mit der D5 schickt Nikon die aktuell teuerste Vollformat-Spiegelreflexkamera auf den Markt. Die bullige Robuste Kamera richtet sich an Profi-Fotografen, die ein besonders schnelles und zuverlässiges Werkzeug brauchen. Die D5 folgt auf die D4s, die Nikon 2014 einführte. Sie darf als konsequente Weiterentwicklung des Systems bezeichnet werden – nicht etwa als Revolution. Das zeigt auch unsere Tabelle mit den wichtigsten technischen Daten der Nikon D5 am Ende des Artikels.

Die Nikon D5 ist aktuell die teuerste Profi-Spiegelreflexkamera mit Vollformatsensor. Wir konnten sie im Labor testen.

(Bild: Nikon)

Nikon sparte zur Markteinführung dennoch nicht mit Markting-trächtigen Superlativen. So erreicht die 20-Megapixel-Kamera eine ISO-Empfindlichkeit von 3.280.000 – absoluter Rekord. Doch tatsächlich brauchbar? Auch die Serienbildrate von 14 Bildern pro Sekunde mit hochgeklapptem Spiegel und zwölf Bildern pro Sekunde mit Belichtungsmessung und Autofokus weiß zu beeindrucken.

Wir konnten die Kamera im Labor mit dem AF-S Nikkor 24-70 mm 1:2,8E ED VR und dem AF-S VR Micro Nikkor 105 mm/2.8G IF-ED testen. Einen Erfahrungsbericht zum Handling der Kamera liefert der Fotograf Marcel Schneeberg im Artikel "Ab in den Dreck: Praxis mit der Profi-Spiegelreflexkamera Nikon D5". Er war mit der D5 auf dem Sächsischen Offroad Cup unterwegs und hat den Autofokus gequält.

Weitere technische Daten zur Nikon D5 finden Sie auch in unserer Kameradatenbank. Aktuelle Preise zeigt der Preisvergleicher von heise online (ab 5799 €).

Insgesamt fällt uns bei professionellen Spiegelreflexmodellen immer wieder auf, dass die Messwerte eher unauffällig bleiben. Superwerte wie bei vielen Consumer-Kameras liefern sie nicht. Kameras wie die D5 sind Arbeitstiere. Sie wurden nicht für das Labor entwickelt, sondern für den Profialltag. Auch unter widrigsten Arbeitsbedingungen müssen sie veröffentlichbare Bildergebnisse liefern. Und das kann die D5 von sich behaupten, wie Profi-Fotograf Marcel Schneeberg in seinem Praxisbericht zur Kamera schildert.

Von den reinen Messwerten her startet die Nikon D5 etwas schlechter als ihre Vorgängerin D4s. Bei niedrigster Empfindlichkeit erreichte die einen Visual Noise von 1,1. Die D5 startet nun mit 1,5. Der Visual Noise steht für das subjektiv wahrnehmbare Rauschen. Werte bis 0,8 stehen dabei für weitgehende Rauschfreiheit, Werte bis zwei für einen geringen, Werte bis drei für einen mäßig und Werte über drei für einen deutlich störenden Rauscheindruck. Die 2er Marke knackt die D5 bei ISO 6400, die D4s kam hier in unserem Test von 2014 erst auf 1,7.

Nikon D5: ISO-Reihe (16 Bilder)

c't Testszene bei ISO 100 im Überblick; so nicht anders beschriftet, handelt es sich 100-Prozent-Ausschnitte der in Lightroom nicht entrauschten oder nachgeschärften Raw-Files

In unseren Testbildern zeigt sich allerdings kein signifikanter Vorsprung der D4s. Im Gegenteil: die D5 ist im Auflösungsvorteil, was sich günstig auf Strukturen und Details im Bild auch bei höheren Empfindlichkeiten auswirkt. Mit der D4s können Fotografen eine maximale Auflösung von 1640 Linienpaaren pro Bildhöhe (Lp/Bh) erreichen. Mit unserem Testobjektiv AF-S VR Micro Nikkor 105 mm/2.8G IF-ED blieben davon bei ISO 6400 noch 1270 Lp/Bh übrig. Die D5 steigt auf eine maximale Auflösung von 1856 Lp/Bh. Bei ISO 6400 erreicht sie mit dem gleichen Testobjektiv noch knapp 1400 Lp/Bh.

Vergleich: Die Nikon D5 (links, herunterskaliert) hält bei ISO 6400 mehr Strukturen im Bild als die Vorgängerin D4s (rechts) mit ihrem 16-Megapixel-Sensor.

Und auch beim Dynamikumfang kann die D5 mit 10,4 Blendenstufen bei ISO 100 leicht an ihrer Vorgängerin vorbeiziehen, die seinerzeit im Labor “nur” auf 9,9 Blendenstufen kam.

Doch die D5 verspricht nicht nur bei niedrigen Empfindlichkeiten eine zuverlässige Kamera zu sein. Mit einer maximalen Empfindlichkeit, die ISO 3,28 Million entsprechen soll, drängt sie sich geradezu als Nachtsichtgerät auf. Fotografen sollten aber besser die Finger von der High-ISO-Einstellung lassen, denn damit fabrizieren sie eine vage Abbildung der Realität. Selbst für einfachste Dokumentationszwecke dürfte die Bildqualität nicht ausreichen. Vielleicht entsteht mit der D5 auch eine neue Kunstform: High-ISO-Art.

Die ISO-100-Aufnahme zeigt klar und plastisch die feinen Strukturen unserer weißen Gerbera.

Die ISO-3.280.000-Aufnahme zeigt immerhin noch ein vages Abbild der Gerbera. Plastizität, natürliche Strukturen und einen stimmigen Weißabgleich darf nun aber niemand mehr erwarten.

Die D5 ist ein solides Profi-Werkzeug, keine Frage. Das Auflösungsplus gegenüber der Vorgängerin macht sich bemerkbar und auch beim Dynamikumfang steht sie etwas besser da. Bei höheren ISO-Empfindlichkeiten hält sie mehr Strukturen, was für eine natürlichere Bildwirkung sorgt. Ob es die ISO-Million gebraucht hätte, darüber lässt sich trefflich streiten. Nun, sie ist da. Und der ein oder andere wird seine Freude daran haben, sie auch zu testen.

Nikon D5
Nikon D4s
Canon EOS-1D X Mark II
Preis mit Kit-Optik (UVP)
7000 Euro
6150 Euro
6300 Euro
Gehäuse Typ
SLR (Profi) SLR (Profi)
SLR (Profi)
Material
Magnesiumlegierung
Magnesiumlegierung
Magnesiumlegierung
Sensor
Maximale Auflösung
5568 × 3712
4928 × 3280
5472 × 3648
Pixelzahl
20 Mio. 16 Mio.
20 Mio.
Sensortyp
CMOS
CMOS
CMOS
Sensorgröße
35,9 mm × 23,9 mm
35,9 mm × 23,9 mm
35,9 mm × 23,9 mm
Crop-Faktor vs. KB
1 (Vollformat) 1 (Vollformat)
1 (Vollformat)
Bildformate NEF (Raw, 12 o. 14 Bit), TIFF, JPEG
NEF (Raw, 12 o. 14 Bit), TIFF, JPEG
Canon original RAW 2nd Edition (14 Bit), JPEG
Ausstattung
Objektiv-Bajonett
Nikon-F-Bajonett Nikon-F-Bajonett Canon-EF-Bajonett
ISO-Stufen
ISO 100 – ISO 102.400 (erweitert auf ISO 3.280.000)
ISO 100 – ISO 25.600 (erweitert auf ISO 409.600)
ISO 100 – ISO 51.200 (erweitert bis ISO 409.600)
längste Verschlusszeit
30 s
30 s
30 s
kürzeste Verschlusszeit
1/8000 s
1/8000 s
1/8000 s
Fokussystem
Bildstabilisierung
– (objektivseitig)
– (objektivseitig)
– (ojektivseitig)
AF-Messfelder
153 (inkl. 99 Kreuzsensoren)
51 (inkl. 15 Kreuzsensoren)
61 (inkl. 41 Kreuzsensoren)
AF-Typ
Phasenautofokus
Phasenautofokus
Phasenautofokus
Manuell Fokus
ja
ja
ja
Display
Freiheitsgrade
fest
fest
fest
Größe (Diagonale)
8 cm (3,2")
8 cm (3,2")
8 cm (3,2")
Auflösung
2.359.000 Subpixel (XGA)
921.000 Subpixel (VGA) 1.620.000 Subpixel
Touch Screen
ja

ja
Display-Typ
TFT mit 170 Grad Öffnungswinkel
TFT mit 170 Grad Öffnungswinkel
TFT mit 170 Grad Öffnungswinkel
Live view
ja
ja
ja
Sucher
Bauart
optisch (Pentaprisma)
optisch (Pentaprisma)
optisch (Dachkantprisma)
Sucherbildfeld
100 %
100 %
100 %
Vergrößerung
0,72x

0,7x

0,76x
Blitz
eingebaut
nein
nein
nein
Leitzahl



Standard Blitzsynchronzeit
1/250 s
1/250 s
1/250 s
Externer Blitzanschluss
ja
ja
ja
Funktionen
Serienbilder
14 Bilder/s bei hochgeklapptem Spiegel
11 Bilder/s bei hochgeklapptem Spiegel
16 Bilder/s bei hochgeklapptem Spiegel
Belichtungskorrektur
+/- 5 LW in 1/3 EV-, 1/2 EV- oder 1-EV-Stufen
+/- 5 LW in 1/3 EV-, 1/2 EV- oder 1-EV-Stufen
+/- 5 LW in 1/3 EV-, 1/2 EV-Stufen
Video
Formate
MOV (Video: H.264/MPEG-4, Ton: Linear PCM)
MOV (Video: H.264/MPEG-4, Ton: Linear PCM)
MOV (Video: H.264/MPEG-4, Ton: Linear PCM)

Auflösung max.
3840 × 2160 (30 fps, 25 fps, 24 fps)
1920 × 1080 (60 fps, 30 fps, 25 fps, 24 fps)
4096 × 2160 (120 fps, 60 fps, 30 fps, 24 fps)
Speichermedien
Speicher-Typ
XQD
(Alternativversion mit 2 CF- statt XQD-Kartenfächern erhältlich)
Compact Flash (Typ I), XQD
Compact Flash (Typ I), CFast 2.0
Schnittstellen
USB
USB 3.0
USB 2.0
USB 2.0
HDMI
Typ C
Typ C
Mini Typ C
GPS


ja
Maße/Gewicht
Bodymaße (B × H × T)
159 mm × 160 mm × 92 mm
157 mm × 160 mm × 91 mm
159 mm × 168 mm × 83 mm
Gewicht
1405 g
1350 g
1340 g
Staubgeschützt
ja
ja
ja
Stromversorgung
LitIon-Akku
LitIon-Akku
LitIon-Akku

(ssi)