Programmiersprache: Amazon Web Service bekundet zunehmendes Engagement für Rust

Nicht nur mit Geld, sondern vor allem mit aktiven Entwicklern möchte AWS die Programmiersprache fördern, weil das Unternehmen Rust mehr und mehr nutzt.

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(Bild: donatas1205 / Shutterstock.com)

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  • Rainald Menge-Sonnentag

Amazon Web Services (AWS) hat in einem Blogbeitrag erläutert, wie und warum es die Programmiersprache Rust fördert. Neben finanzieller Unterstützung steht dabei vor allem die aktive Beteiligung an der Weiterentwicklung der Sprache im Fokus. Daher hat das Unternehmen einige Personen eingestellt, die zu Projekten im Rust-Ökosystem beitragen.

Konkret nennt der Beitrag, dass AWS einige Entwickler aus der Community von Rust und Tokio angeheuert hat. Bei letzterem Projekt handelt es sich um eine auf Nebenläufigkeit ausgerichtete Bibliothek für Rust, die neben AWS unter anderem Microsoft auf Azure, Facebook, Dropbox und Linkerd einsetzen.

Außerdem hat AWS kürzlich mit Felix Klock einen Entwickler aus dem offiziellen Rust-Team angeworben. Das Unternehmen nennt zwei Gründe, warum es aktive Entwickler einstellt: Zum einen will es sicherstellen, dass die Rust-Commiter ausreichend Zeit und Ressourcen für die Weiterentwicklung haben, und zum anderen will AWS die Rust-Expertise für eigene Projekte stärken. Dabei betont der Blogbeitrag den Community-Aspekt, und dass die nun von Amazon bezahlten Entwickler Seite an Seite mit Entwicklern von Firmen wie Dropbox oder Confluent arbeiten.

Ebenso hebt der Beitrag hervor, dass AWS "Nutznießer der herausragenden Arbeit ist, die andere geleistet haben, um Rust voranzubringen". AWS habe Rust weder ins Leben gerufen noch der Sprache zum jetzigen Erfolg verholfen, wolle aber zum künftigen Erfolg beitragen. Shane Miller, Senior Software Engineering Manager bei AWS, betont: "Dabei geht es nicht nur darum, ein paar Leute rund um die Projekte Tokio und Rust anzuheuern, sondern Rust ist ein kritischer Baustein der Langzeitstrategie von Amazon".

Mozilla Research hat Rust von Beginn an mit dem Fokus auf Sicherheit und Nebenläufigkeit entwickelt. Die Programmiersprache, die Mitte November in Version 1.48 erschienen ist, soll unter anderem Schwachstellen durch Speicherzugriffsfehler und Pufferüberlaufen weitgehend vermeiden. Das erste stabile Release erschien 2015, sodass Rust dieses Jahr seinen fünften Geburtstag feiern durfte.

Einen gewissen Umbruch markierte die Veröffentlichung von Rust 1.31 im Dezember 2018, mit der die Ära von Rust 2018 startete. Für die Evolution der Sprache verzichtete das Rust-Team bewusst auf einen Versionswechsel zu Rust 2.x, da Rust 2018 nahezu keine Änderungen mitgebracht hat, die zu Inkompatibilitäten führen (Breaking Changes).

Im Sommer diesen Jahres begannen die Pläne zur Rust Foundation. Auslöser der Pläne für die Organisation war die Unsicherheit bezüglich der Auswirkungen der Entlassungswelle bei Mozilla auf die Programmiersprache, die zwar inzwischen ein Community-Projekt ist, an dem Mozilla aber nach wie vor stark beteiligt ist. Die Stiftung soll zur Jahreswende ihre Arbeit aufnehmen.

AWS zeigt schon seit geraumer Zeit sowohl beim Einsatz als auch mit Fördermitteln Ambitionen im Rust-Umfeld. Im Herbst 2019 kündigte das Unternehmen die Unterstützung der Community an. Einige Tools wie Firecracker zum Entwickeln von microVMs hat AWS zudem in Rust geschrieben. Auch der stärkste Cloud-Mitbewerber Microsoft setzt zunehmend auf Rust. Zudem ist Rust immer wieder als Programmiersprache für den Linux-Kernel im Gespräch.

Weitere Details zu den Plänen von AWS lassen sich dem Open-Source-Blog des Unternehmens entnehmen.

(rme)