Programmiersprache Rust: Politur für Standard Library und Installationstool

Rustup ist in Version 1.22 verfügbar, und das Rust-Team will die Aufgaben für die Entwicklung der Standardbibliothek klarer verteilen und Nachwuchs anwerben.

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(Bild: Shutterstock)

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Einen Monat nach der Veröffentlichung von Rust 1.44 gibt es Bewegung im Ökosystem der Programmiersprache. Zum einen ist das für die Installation empfohlene Werkzeug Rustup in Version 1.22 erschienen und zum anderen steht eine Neuorganisation bei der Weiterentwicklung der Standard-Library an.

Rustup bringt im aktuellen Release vor allem Ergänzungen unter der Haube, und der Installer zeigt zusätzliche Informationen an. Unter anderem erfahren Entwickler, wenn ein nightly ausbleibt, weil Komponenten fehlen. Rustup stellt seit Version 1.20 sicher, dass beim Laden von Nightly Builds alle bereits installierten und benötigten Komponenten vorhanden sind. Neu ist zudem, dass der Befehl rustup show anzeigt, woher Overrides stammen.

Außerdem verbessert Rustup die Ausführung auf kleineren Systemen mit nur einer CPU und wenig Speicher. Dort soll das Tool weiche Speichergrenzen erkennen und verhindern, dass es beim Installieren die RAM-Grenzen sprengt. Neu ist zudem die Plattform RISC-V Linux als riscv64gc-unknown-linux-gnu-Target.

Zudem hat das Libs-Team von Rust zwei Monate nach dem fünften Geburtstag der Programmiersprache eine neue Aufgabenverteilung für die Weiterentwicklung der Standard-Library in den Raum gestellt. Konkret soll das Libs-Team künftig ausschließlich für die Gestaltung der öffentlichen API zuständig sein, während das Compiler-Team sich um die Implementierung kümmert.

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Die Aufteilung soll die Effizienz der Weiterentwicklung verbessern. Das Interesse der Libs-Team-Mitglieder liege typischerweise im Design von APIs. Die Integration in das breitere Rust-Ökosystem und das Konsolidieren von Idiomen in die Standard-APIs nähmen zudem viel Zeit in Anspruch. Damit bleibe wenig Platz für die eigentliche Entwicklung der Bibliothek.

Das Compiler-Team sei gewohnt, sich auf große Projekte zu konzentrieren und sie mit der notwendigen Aufmerksamkeit zu erledigen. Die Standard-Library sei trotz ihrer allgemeinen Auslegung auf beliebige Rust-Projekte paradoxerweise sehr spezialisiert. Sie nutzt Interna des Compilers.

Außerdem fließe in die Gestaltung der Algorithmen reichlich Domänenwissen ein. Zur Umsetzung sei zum einen die plattformspezifische Integration und zum anderen häufig komplizierter, unsicherer Code notwendig. Das Compiler-Team sei genau die Art von Codebasis gewöhnt, die die Standard Library darstellt.

Die Teams sollten laut dem Beitrag im Rust-Blog trotzdem eng zusammenarbeiten, zumal sich in der Praxis API-Design und -Implementierung gegenseitig beeinflussen würden.

Der Blogbeitrag dient nicht nur zur Darlegung der Pläne für die künftigen Aufgabenverteilung, sondern endet mit einem Aufruf an die Community: Entwicklerinnen und Entwickler, die sich dafür begeistern, die APIs zu gestalten, dürfen gerne beim Libs-Team aktiv werden, und solche, die gerne an einer großen Codebasis werkeln, sollten sich beim Compiler-Team melden.

(rme)