Project Bernanke: Google soll sich selbst bei Werbe-Auktionen bevorzugt haben

Unter dem Projektnamen "Bernanke" hat Google ein System entwickelt, mit dem das Unternehmen sich selbst im Werbemarkt bevorteilt hat.

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(Bild: achinthamb/Shutterstock.com)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Über die vom US-Bundesstaat Texas eingereichte Wettbewerbs-Klage gegen Google ist nun herausgekommen, dass das Unternehmen sich selbst im Werbemarkt bevorzugt hat. Daten von vergangenen Auktionen sind dafür ausgewertet worden. Das Programm trägt den Namen "Project Bernanke" und soll 230 Millionen US-Dollar Gewinn im Jahr 2013 gebracht haben.

In der Klage, die im Dezember eingereicht wurde, geht es darum, ob Google seine marktbeherrschende Stellung ausnutze beziehungsweise ein Monopol für digitale Werbung führe, das sowohl Werbetreibenden als auch Verlagen schadet. Eigentlich soll Google dafür Dokumente und Stellungnahmen versiegelt einreichen. Laut eines Tweets und dem Wall Street Journal konnte das Nachrichtenportal MLex aber auf ungeschwärzte Inhalte zugreifen und entdeckte mehr über das Projekt.

Demnach entspricht Bernanke ziemlich genau den Vorwürfen gegen Google – nämlich der stetigen Doppelrolle, die das Unternehmen einnimmt und ausnutzt. Google ist Anzeigen-Käufer und -Verkäufer, betreibt sein Werbeportal und bietet Anzeigenplätze. Texas hatte befürchtet, dass Google seinen Zugang zu Daten von Publishern ausnutzt. Weil Google exklusiv die Informationen hat, wie viel andere Anzeigenkäufer bereit sind, zu zahlen, kann der Konzern einen unfairen Wettbewerb gestalten und schlussendlich Verlagen weniger zahlen. Laut des WSJ macht das Project Bernanke einen großen Teil des Erfolges dieser Strategie aus.

Google hat die Existenz des Projektes bestätigt. Behauptet dabei allerdings auch, dass die Details des Projekts für Verlage offen seien. Außerdem verneine man die Rechtswidrigkeit, exklusive Informationen zu nutzen – da diese "vergleichbar mit anderen Daten aus anderen Käuferwerkzeugen" seien. Ein Google-Sprecher sagte dem WSJ, dass die Beschwerde viele Bereiche aus Googles Anzeigengeschäft missverstehe.

In einem Dokument von 2013 über das Projekt soll auch stehen, dass man damit in dem Jahr mit Einnahmen in Höhe von 230 Millionen US-Dollar rechne. Dies wird denn auch von Texas als Beweis dafür hergenommen, dass Google profitiert hat.

Zudem taucht auch das Projekt "Jedi Blue" in den Dokumenten auf, in dem es um Absprachen zwischen Google und Facebook geht. Demnach hat das soziale Netzwerk die Sicherheit bekommen, einen bestimmten Prozentsatz an Auktionen zu gewinnen. Unterschrieben ist der Deal von Philipp Schindler, Googles Senior Vice President und Sheryl Sandberg, COO von Facebook.

(emw)