Projekt Aria: Facebook sammelt Daten für die AR-Zukunft

Facebooks AR-Brille Aria hat für den Träger keinerlei Nutzen – sie sammelt lediglich Daten. Mit diesen will das Unternehmen die Augmented-Zukunft gestalten.

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(Bild: Facebook)

Von
  • Daniel Herbig

Facebook hat ein AR-Programm namens Aria aufgelegt, mit dem die Zukunft von AR-Wearables ergründet werden soll. Zu Aria gehört eine AR-Brille mit ungewöhnlichem Konzept: Für den Träger hat sie keinerlei Nutzen, sie ist ausschließlich auf das Erfassen von Daten ausgelegt. Mit diesen Informationen will Facebook herausfinden, wie AR-Anwendungen in einigen Jahren aussehen könnten.

Die Aria-Brille ist daher nicht für Endkunden erhältlich. Sie wird stattdessen von Facebook-Mitarbeitern und Dienstleistern getragen, die vorher eine Schulung durchlaufen müssen. Die Kamera und Sensoren der Brille zeichnen dann Daten wie Video- und Audioaufnahmen, Augenbewegungen und GPS-Standortinformationen auf. Diese sollen laut Facebook zeigen, wie AR in der Praxis funktionieren könnte.

Die Träger der Aria-Brillen sollen selbst keinen Zugriff auf die Daten haben, die laut Facebook verschlüsselt gespeichert werden. Mit einer App können die Brillenträger aber einzelne Datenpunkte dennoch manuell löschen. Erst, wenn die Daten drei Tage lang nicht gelöscht wurden, werden sie Facebook-Forschern zur Verfügung gestellt.

Die Aria-Tests sollen ab September in San Francisco und Seattle beginnen, schreibt Facebook in einem Blog-Eintrag. Die Aria-Brillen sollen dabei in Facebooks Bürogebäuden und in den privaten Wohnungen der Träger ausprobiert werden.

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Aber auch in der Öffentlichkeit sollen die Aria-Brillen getestet werden. Die Träger müssen dafür eindeutig zu erkennende Kleidung tragen. Die Brille selbst soll mit einem Licht darauf hinweisen, wenn sie gerade aufzeichnet und lässt sich von den Trägern manuell abschalten. In Einkaufsläden und Restaurants soll die Brille nur dann Daten erheben, wenn eine Genehmigung der Eigentümer vorliegt.

Auf lange Sicht kann sich Facebook zahlreiche Einsatzgebiete der AR vorstellen: So könnte man zum Beispiel digitale Objekte permanent in den Raum verankern. Facebook führt als Beispiel einen Fernseher an, der per AR an einen festen Platz projiziert wird – und dort auch dann bleibt, wenn der AR-Brillenträger sich bewegt. Außerdem könne AR Menschen mit Behinderungen im Alltag helfen.

(dahe)