Projekt JEDI: Pentagon streicht an Microsoft vergebenen Cloud-Milliardenauftrag

Der Auftrag für den Aufbau einer US-Militär-Cloud wird neu ausgeschrieben - aufgrund geänderter Anforderungen. Microsoft und Amazon können sich neu bewerben.

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Pentagon aus der Vogelperspektive

(Bild: Ivan Cholakov/Shutterstock.com)

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  • dpa

Nach der umstrittenen Vergabe eines milliardenschweren Cloud-Computing-Auftrags an Microsoft will das US-Verteidigungsministerium den Vertrag nun auflösen. Der seit Langem verzögerte Auftrag erfülle wegen "sich verändernder Anforderungen" nicht mehr den Bedarf des Militärs, erklärte das Ministerium. Die Schritte zur Vertragsauflösung seien eingeleitet worden.

Microsoft hatte den Zuschlag für das Geschäft Ende 2019 bekommen, obwohl lange Zeit die Sparte Amazon Web Services (AWS) des weltgrößten Online-Händlers als Favorit gegolten hatte. Amazon klagte daraufhin, weil es angesichts der eher feindseligen Haltung des damaligen Präsidenten Donald Trump gegenüber dem Unternehmen politische Einflussnahme vermutete.

Am Dienstag erklärte das Ministerium, man werde für weitere Cloud-Dienste nun Angebote von Microsoft und AWS einholen. Die beiden Anbieter seien die einzigen, die den mittlerweile geänderten und höheren Anforderungen des Pentagons gerecht werden könnten. Nach Angaben von ZDNet hielt Microsoft Ende 2020 ein Fünftel der Marktanteile im Cloud-Geschäft, während Marktführer AWS bei fast einem Drittel lag.

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Der ursprüngliche Vertrag hatte ein Volumen von rund 10 Milliarden US-Dollar (derzeit 8,4 Milliarden Euro) für einen Zeitraum von zehn Jahren. Neben der finanziellen Komponente galt der unter der Abkürzung JEDI bekannte Auftrag (Joint Enterprise Defense Infrastructure) auch als ein Prestigeprojekt, das dem ausführenden Unternehmen weitere Regierungsaufträge hätte erleichtern können.

(fds)