Proxmox Backup Server 1.1 mit OpenZFS 2.0 und Tape-Support

Proxmox hat seinen Backup Server 1.1 auf Debian 10.9 mit LTS-Kernel 5.4.106 aktualisiert. Dank OpenZFS 2.0 lassen sich Datasets mit zstd statt lz4 komprimieren.

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(Bild: Proxmox)

Von
  • Michael Plura

Der Proxmox Backup Server ist in der Version 1.1 erschienen. Die Debian-Basis hat dabei den Sprung von Version 10.6 auf 10.9 gemacht. Den alte Debian-Kernel ersetzten die Entwickler durch die Version 5.4.106 mit Long Term Support (LTS). Die Administration erfolgt wie bei Proxmox VE über ein eigenes grafisches WebGUI, für das es eine Zwei-Faktor-Authentifizierung gibt.

Der Proxmox Backup Server arbeitet nahtlos mit dem HA-fähigen Proxmox Virtual Environment (VE) zusammen, indem sich Datastores auf dem Backup Server als Backup-Ziele (storage target) auf Proxmox VE (das sollte die Version 6.3 sein) definieren lassen. Dessen virtuelle Maschinen und Container, aber auch der zugrundeliegende physische Host lassen sich so sichern. Das bisherige Backup-Tool vzdump ist aber nach wie vor in Proxmox VE enthalten und funktioniert für Backups und Restores.

Während Version 1.0 des Backup-Servers noch auf ZFS 0.8.4 basierte, haben die Entwickler für die neue Version 1.1 OpenZFS 2.0 ausgewählt. Das kommt auch im gerade erschienenen FreeBSD 13.0 zum Einsatz und ist die neue gemeinsame Codebasis für Linux, BSDs und Illumos & Co. Neben vielen Detailverbesserungen und schnelleren Caches setzt OpenZFS 2.0 für die Kompression von Datasets auf Zstandard (zstd) statt lz4.

Zstd wurde von Yann Collet bei Facebook entwickelt, ist komplett multithreaded und vor allem bei der Dekomprimierung schnell. Es kombiniert einen Dictionary-Matching Stage mit großem Suchfenster (LZ77) und eine schnelle Finite-State-Entropiekodierung, die sowohl eine Huffman-Kodierung als auch Tabled Asymmetric Numeral Systems (tANS) umfasst.

Neu, aber bislang nur als Technology Preview vorhanden, ist das Proxmox Tape Backup. Damit lassen sich Inhalte von Datasets auf Band kopieren. Für Langzeitspeicherung und aus Gründen der Compliance kann die etwas betagte Speicherlösung in Unternehmen erwünscht oder gar notwendig sein.

Auch das Backup auf beziehungsweise Restore von Bandlaufwerken ab LTO4 funktioniert in der neuen Version 1.1.

(Bild: Proxmox)

Proxmox Tape Backup unterstützt Laufwerke ab LTO-4 inklusive deren Hardware-Verschlüsselung. Den Userspace-Bandtreiber hat Proxmox – in Rust – selbst entwickelt. Mehrere Datastores beziehungsweise deren Snapshotslassen sich auf einen einzigen oder separate Mediapools sichern. Mithilfe von pmtx (der Proxmox-Variante von mtx) lassen sich Bandrobotor steuern. Die meisten unter GNU/Linux laufenden Bandrobotor sollen laut der Entwickler auch unter pmtx funktionieren. Benachrichtigungen über Ereignisse lassen sich per E-Mail zustellen; über den Proxmox LTO Barcode Label Generator in Form einer Web-App können Administratoren auch Barcode-Etiketten für LTO-Bänder auf Standard-Klebeetikettenbögen erstellen und drucken.

Ausführliche Informationen zum Proxmox Backup Server 1.1 stehen in den Release Notes. Vor dem Einsatz und vor allem einem Update von Version 1.0 lohnt sich ein Blick in die Dokumentation oder das Proxmox-Forum.

Der Backup-Server 1.1 steht unter der GNU Affero General Public License v3 (GNU AGPL, v3) und liegt als ISO-Image ab sofort kostenlos zum Download bereit. Der Hersteller bietet Support-Pakete zwischen 449 und 3592 Euro pro Jahr an.

(avr)