Protest gegen Abtreibungsverbote: Cyberangriffe auf Regierungsserver in den USA

Die Gruppe Siegedsec behauptet auf Telegram, Regierungsserver in Arkansas und Kentucky angegriffen zu haben. Dabei habe sie personenbezogene Daten erbeutet.

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(Bild: ra2 studio/Shutterstock.com)

Von
  • Greta Friedrich

Eine Aktivisten-Gruppe behauptet, IT-Systeme der Regierungen von US-Bundesstaaten angegriffen zu haben, die Abtreibungen verbieten. Die Gruppe Siegedsec will dabei etwa 8 Gigabyte Daten erbeutet haben, die sie nun offenbar auf einem Anonymous-Server veröffentlicht hat. Grund für die Angriffe sei der Protest gegen das Urteil des Supreme Court, mit dem das grundsätzliche Recht auf Abtreibung in den USA gekippt wurde.

In seiner Telegram-Gruppe schreibt das Kollektiv Siegedsec, es sei "Zeit für ein bisschen Hacktivismus". Die Gruppe erklärt, sie sei "pro-choice" eingestellt, sie tritt für das Recht einer schwangeren Frau ein, über ihren Körper zu entscheiden und möglicherweise abzutreiben. Um "Druck auf die Regierung" auszuüben, habe Siegedsec nun interne Dokumente veröffentlicht, die es auf den Regierungsservern von Kentucky und Arkansas erbeutet habe.

Siegedsec behauptet, dass unter den erbeuteten Dokumenten auch viele personenbezogene Daten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Regierungen seien. Auf Telegram zeigt die Gruppe einige Screenshots, die nach personenbezogenen Informationen aussehen, sich aber nicht verifizieren lassen. Auch die Malware-Sammler von vx-underground zeigen auf Twitter diese Auszüge aus den geleakten Dokumenten. Die angeblich betroffenen Regierungen von Kentucky und Arkansas haben sich bisher nicht zu dem Vorfall geäußert.

Auf Telegram erklärt Siegedsec, es plane weitere Angriffe, die sich vor allem gegen "Pro-life"-Einrichtungen richten sollen, die das ungeborene Leben schützen wollen und deshalb gegen das Recht auf Abtreibung aktiv sind. Die Gruppe betont außerdem, weiterhin "Blackhat-Zeug" machen zu wollen, also destruktiv und kriminell zu arbeiten.

Über das Urteil des Supreme Court, des obersten US-Gerichts, sorgen sich auch Bürgerrechtler in den USA. So könnten Daten aus Zyklus-Tracker-Apps künftig in Strafverfahren verwendet werden. Auch Julia Kloiber von der feministischen Organisation Superrr Lab zweifelt an der Datensicherheit solcher Apps.

(gref)