ProtonMail verteidigt Herausgabe der IP-Adresse eines "Klima-Aktivisten"

Nach einer über Europol eingegangen Forderung hat ProtonMail begonnen, IP-Adressen eines Accounts mitzuschneiden. Die gingen dann an Ermittler.

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(Bild: Pavel Ignatov/Shutterstock.com)

Von
  • Martin Holland

Der Geschäftsführer des Schweizer E-Mail-Anbieters ProtonMail hat bestätigt, dass auf Anfrage von Europol eine IP-Adresse zu einem Account und weitere Informationen herausgegeben wurde. Das widerspreche nicht dem Versprechen an Nutzer und Nutzerinnen auf größtmögliche Privatsphäre, versicherte Andy Yen auf twitter. Man sei gesetzlich verpflichtet, den Anordnungen in der Schweiz Folge zu leisten und im konkreten Fall habe die Verdachtsperson "unglücklicherweise Schweizer Gesetze gebrochen". Es habe einfach keine Möglichkeit gegeben, sich der Anordnung zu widersetzen, schreibt Yen.

Ans Licht gekommen war die Weitergabe der Daten am Sonntag durch einen Bericht des französischen Mediums Secours Rouge. Demnach geht es bei den Ermittlungen um Aktivisten beziehungsweise Aktivistinnen des Kollektivs "Youth for Climate" aus der Bewegung "Fridays for Future". Denen werden demnach im Zusammenhang mit Besetzungen bei Demonstrationen Diebstahl und Wohnungseinbrüche vorgeworfen. Kommuniziert wurde demnach unter anderem über ProtonMail. Via Europol sei dann aus Frankreich eine Anfrage an die Schweiz ergangenen, bei dem Mailanbieter die Herausgabe von Daten zu verlangen. Dem habe man nachkommen müssen.

Während ProtonMail unter anderem damit wirbt, dass standardmäßig keine IP-Adressen gespeichert werden, erklärt das Unternehmen aber auch, dass das unter gewissen Umständen geändert werden kann. Eine Aufforderung durch Behörden gehört dazu. Außerdem würden die Nutzungsbedingungen es explizit verbieten, dass der Dienst von Menschen genutzt würden, die an Aktivitäten beteiligt sind, die in der Schweiz illegal seien. ProtonMail verweist auf einer Seite aber auch noch darauf, dass der Mail-Dienst auch über Tor erreichbar ist, dann gibt es für den Anbieter keine Möglichkeit, die IP zu identifizieren, von der der ursprüngliche Aufruf kommt.

(mho)